Warum die einfachste Methode meistens auch die profitabelste ist
Marc Lichtenfeld (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 20. April 2010, 16:00 Uhr
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Warum die einfachste Methode meistens auch die profitabelste ist
„Seien Sie kein Schwachkopf.“
Diesen weisen Rat gab der Chefanalyst von WJB Capital, John Roque, seinen Kunden vor einigen Wochen. Er riet Ihnen davon ab, starke Aktienmärkte zu shorten oder schwache zu kaufen.
So eine einfache, klare Nachricht.
Über Jahre hinweg glaubte ich während meiner Anfängerzeit, dass ich genau an den Höchst- und Tiefpunkten der Märkte die richtigen Aktien kaufen bzw. verkaufen und jedes mal hohe Gewinne verzeichnen könnte.
Ich mache dies nicht mehr.
Obwohl ich ein Investor mit konträrem Anlagestil bin und oftmals gegen die Mehrheit wette, so gibt es da doch diese bekannte Börsenweisheit: „Greife niemals in ein fallendes Messer.“
In anderen Worten: Bekämpfen Sie nicht den vorherrschenden Trend. Wenn ich glaube, dass eine Aktie bald fällt (z.B. weil sie überbewertet ist oder fundamentale Probleme hat), warte ich trotzdem darauf, dass die Unterstützung durchbrochen wird bevor ich verkaufe und genauso umgekehrt für eine unterbewertete "Rebound-Aktie".
Wollen Sie etwa ein Schwachkopf sein?
Versuchen Sie den Markt zu timen? Hören Sie lieber auf damit!
Viele Investoren, mich eingeschlossen, sind ungeduldig. Wir mögen die Marktaction und wir glauben an unsere Überzeugung, so dass wir nicht auf ein Einstiegssignal warten wollen. Wir wollen unser Geld arbeiten lassen und nach kurzer belohnt werden.
Ich habe nun endgültig diesen schwachköpfigen Lebensstil hinter mir gelassen.
Und das trotz einiger exzellenter Aktientrades und obwohl ich über viele Jahre hinweg das Geld anderer Leute mehrte.
Aber wenn ich Ihnen erzählt hätte, dass ich im März letzten Jahres bullisch war und mich massiv mit Aktien eingedeckt hätte, würde ich lügen. Ich war bezüglich des nun vorherrschenden Bullenmarktes überaus skeptisch.
Und trotzdem habe ich zum damaligen Zeitpunkt einige Empfehlungen gemacht, auf welche ich auch heute noch überaus stolz bin.
Wie ich das gemacht habe? Ich habe keine Aktien gekauft, welche sich in einem klaren Abwärtstrend befunden haben. Ich habe neun Monate gewartet, bis ich SIGA Technologies (Nasdaq: SIGA) empfohlen habe, eine Aktie, welche meinen Abonnenten Gewinne von 128% bescherte.
Vielleicht bin ich buddhistischer geworden. Oder eventuell haben mich meine beiden kleinen Kinder geduldiger gemacht. Oder vielleicht habe ich auch einfach aufgehört, ein Schwachkopf zu sein.
So wähle ich die richtigen Aktien zur richtigen Zeit...
Der Trend ist Ihr Freund... Bekämpfen Sie ihn deshalb nicht
Wenn ich eine konträre Aktienempfehlung habe, warte ich darauf, dass diese nicht weiter steigt oder fällt. Und obwohl ich niemals ganz unten kaufe oder ganz oben verkaufe, bringt das ganze 2 Vorteile mit sich...
Mein Kapital ist nicht gebunden. Damit muss ich nicht darauf warten, dass der Markt mit meinem Denken übereinstimmt.
Die Wahrscheinlichkeit ausgestoppt zu werden ist viel geringer, wenn ich darauf warte, dass die Aktie von ihrem vorherrschenden Trend eine kleine Auszeit nimmt.
Nur wenige Aktien machen ein „V“ oder ein inverses „V“ wenn sie ihre Trendrichtung ändern. Außer einigen Biotech-Aktien, deren Preis sich aufgrund von Entscheidungen der FDA [=US Food and Drug Administration, Anm. d. Ü.] oder klinischen Daten schnell ändern kann, verlangsamen die meisten Aktien ihre Bewegungen und konsolidieren eine Weile bevor sie ihre Richtung ändern.
Wenn eine Aktie ihr Momentum verlangsamt, werden die Leute immer noch diese loben wenn es ein Long oder diese verbal verprügeln, falls es ein Short war. Ihr konträrer Investmentstil kommt damit immer noch zu rechten Zeit.
Wenn Ihre Entscheidung richtig war, müssen Sie nicht so lange darauf warten, dass bis Ihre Position für Sie arbeitet und Sie haben die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Absinkens der Aktie weiter verringert.
Bekämpfen Sie nicht den Trend, seien Sie kein Schwachkopf.
Ich hoffe Ihre Longs steigen und Ihre Shorts fallen.
Marc Lichtenfeld