Warum das nicht für immer so weitergehen kann ...
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 06. Oktober 2004 18:00 Uhr
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"Du sagst immer wieder, dass diese Schuldenblase in Amerika schlimm enden wird", so mein französischer Freund Michel beim gemeinsamen Mittagessen. "Aber ich kann nicht sehen, warum sie überhaupt enden soll. Dein Fokus liegt bei den Schuldnern. Du stellst fest, dass sie sich immer stärker verschulden. Aber was soll's? Du solltest Dir die Gläubiger ansehen. Warum sollten sie mit dem Geldverleihen aufhören wollen?"
Jede Sache hat ihre dunkle Seite. Jeder sonnige Berg hat ein schattiges Tal auf der anderen Seite. Und für jeden Schuldner, der seinen Reichtum nach Millionen zählt, gibt es Tausende armer Seelen, die es gerade so schaffen, ihre monatlichen Zahlungen zu leisten."
Das gleicht sich natürlich alles aus. Und am Ende gilt – laut Shakespeare: "He that dies pays all debts." Aber in der Zeit zwischen dem Anfang und dem Ende gibt es oft Überraschungen.
Michel fragt sich, warum dieser Trend nicht für immer weiter gehen kann.
"Solange die Gläubiger Geld haben, werden sie es verleihen", sagt er, "und sie werden die Zinsen akzeptieren, die der Markt bietet."
Aber Gläubiger verleihen nicht immer Geld. Schuldner verschulden sich nicht immer. Sie Sonne bescheint nicht immer dieselbe Seite des Hügels. Mit anderen Worten: Die Masse der Kredit expandiert und zieht sich auch wieder zusammen. Die Summe der Kredite hat seit der ersten Amtszeit von Reagan expandiert (auch wenn das schwer vorstellbar ist). Jetzt ist sie so groß – 330 % des BIP –, dass sie kaum durch die Tür passt. Aber, gelegentlich, geht irgendetwas schief. Die Gläubiger hören zum Beispiel mit dem Geldverleihen auf.
Die Gläubiger sind auch nur Menschen und könnten ihre Meinung ändern. Die Zinsen könnten steigen – was sie wahrscheinlich würden, wenn die Chinesen und die Japaner damit aufhören würden, US-Anleihen zu kaufen.
Aus Gewohnheit oder Dummheit könnten die Gläubiger auch dann, wenn die realen Zinsen unter Null fallen würden, weiterhin Geld verleihen – eine Zeitlang, aber nicht für immer. Das Momentum des Optimismus würde sich verlangsamen, dann anhalten, und sich dann umkehren. Die Gläubiger würden Angst bekommen: Sie würden sich darüber Sorgen machen, ob sie ihr Geld zurückbekommen.
Ich weiß nicht, wann das passieren wird. Ich habe das schon so lange erwartet, dass ich bei diesem Thema keine Glaubwürdigkeit mehr habe.
Aber die lang erwartete Kredit-Kontraktion wird eines Tages beginnen. Darauf können Sie zählen.
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