Warum das Börsenjahr 2012 besser wird?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Börse
vom 9. Januar 2012, 16:00 Uhr
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Gott sei Dank ist das Börsenjahr 2011 vorbei" hörte ich in den letzten Wochen so manchen Fondsmanager und institutionellen Investor sagen. Wie aber wird das Börsenjahr 2012? Zur Jahreswende eine oft gestellte Frage, die, obwohl wir wissen dass sie nicht beantwortet werden kann, immer wieder gestellt wird. Und nach 12 Monaten heißt es dann oftmals: Ja, da hätten die Analysten sich wieder einmal kräftig verschätzt.
Keine Angst ich möchte Sie nicht mit einer weiteren Prognose langweilen. Allerdings kann ich der Verlockung nicht wiederstehen Ihnen jetzt zum Anfang des Jahres das Sektorrotationsmodell von Sam Stovall ins Gedächtnis zu rufen. Sam Stovall hat 1996 als Chief Investment Strategist bei Standard & Poors ein Buch über -Sektorrotation und Investieren (Sector Investing)- geschrieben. In diesem Buch geht es um einen neuen Erklärungsansatz warum das investive Kapital wandert und welche Standortbestimmung der Konjunktur sich aus der damit verbundenen Rotation der Anlagesektoren ableiten lässt.
Modell klingt zugebenermaßen statisch und unflexibel allerdings hat Sam Stovall seinen Ansatz so gewählt, dass Sie selbst in der Lage versetzt werden Ihre eigenen Schlüsse über den Konjunkturverlauf zu ziehen und das funktioniert in knappen Worten formuliert so:
Das Sektorrotationsmodell im Überblick
Ausgangspunkt unserer Untersuchung ist die Frage: an welcher Stelle des laufenden Konjunkturzyklus befinden wir uns gerade und welche Aktien sind in den jeweiligen Konjunkturphasen besonders erfolgreich? Weil diese Frage sehr schwer und für privaten Anleger ohne volkswirtschaftliches Studium kaum zu beantworten ist stellt Stovall die Frage umgekehrt und die lautet: Kann ich über die Performance einzelner Anlageklasse Rückschlüsse darüber ziehen in welcher Konjunkturphase wir uns gerade befinden?" Die simple Umgestaltung der Frage bekommt vor folgender Beobachtung besonderes Gewicht. Nämlich die Beobachtung dass die Aktienmärkte dem Konjunkturzyklus ca. 6 Monate voraus laufen. Das heißt: Anleger die nur den Volkswirten und ihren Erklärungen darüber in welcher Konjunkturphase wir uns gerade befinden folgen, kommen in der Regel 6 Monate zu spät an den Markt und haben häufig die falschen Aktien im Depot.