Warten auf Bernanke – USD leicht schwächer
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Obwohl das Griechenland-Thema längst nicht vergessen ist, richtet der Markt seinen Fokus heute vornehmlich auf die USA. Dort muss FED-Chef Bernanke nämlich heute vor dem Parlament sprechen.
Kein hawkisher Bernanke zu erwarten
In der letzten Woche hatte das FED den Diskontsatz (also den Zinssatz den die Geschäftsbanken zahlen müssen, wenn sie kurzfristig einen Kredit bei der Notenbank aufnehmen) um 25 Basispunkte auf 0,75% angehoben. Der Markt hatte dies als ein Signal gewertet: zunächst als einen ersten Schritt für den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik, dann als ein Anzeichen für eine gut laufende Erholung.
Doch mittlerweile ist ein wenig mehr Realitätssinn zurückgekehrt. Obwohl sich die wirtschaftliche Situation in den USA inzwischen natürlich verbessert hat, bestehen nach wie vor Anzeichen dafür, dass die Geschwindigkeit der Erholung deutlich hinter den wohl etwas überzogenen Erwartungen einiger Marktteilnehmer hinterher hinkt.
So gehen nun natürlich auch die Wetten auf eine baldige Leitzinsanhebung zurück.
Nun, heute muss sich Bernanke jedenfalls mal wieder vor der Legislative verantworten und kaum jemand erwartet einen besonders hawkishen Unterton in seiner Rede. Ein dovisher Ben allerdings nimmt dem USD ein wenig die fundamentale Unterstützung und so hat der US-Dollar also im Vorfeld der anstehenden Bernanke-Rede auch wieder ein wenig Schwäche gezeigt.
Die Euro-Bären scheiterten gestern an der 1,35er Marke und zwischenzeitlich notierte EUR/USD heute bereits über 1,3550. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3545 . Viel heißt das allerdings in meinen Augen noch nicht: denn die Griechenland-Problematik, die heute vielleicht ein wenig in den Hintergrund tritt, besteht trotz allem weiterhin. Die griechischen Gewerkschaften planen heute schon wieder einen Streik. Erst wenn EUR/USD heute die 1,3570 nach oben durchbrechen kann, eröffnet sich der Weg bis zum nächsten Widerstandsbereich bei 1,3655/1,3677. Sollte EUR/USD dagegen die 1,35 unterschreiten ergeben sich die nächsten Unterstützungen bei 1,3444 und 1,3424.
Quelle: CFX-Broker

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