Warren Buffetts Tipps für Sie und mich
Dr. Markus Schoor in Investoren Wissen
vom 15. Mai 2007 16:00 Uhr
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und natürlich war Warren hervorragend vorbereitet auf die Begegnung mit dem "Doc" und die Fragen der Investoren-Akademie - was die örtliche Zeitung auch gegen kleines Entgeld gerne berichtete.
Mich interessierte vor allem die Entwicklung des Dollar und hier unterstrich Warren Buffett deutlich, daß er mit einem weiter sinkenden Dollar rechne und deshalb gezielt in eine Währung investiere. Er wollte partout nicht damit rausrücken welche, aber für mich war klar, er investiert in den Euro. Für ihn kann aber eine Entscheidung über die Währung nur ein Teil einer Investmententscheidung sein und nicht eine Investmententscheidung selbst. Dementsprechend hört man aus dem Umfeld von Warren Buffett, daß die derzeitigen Engagements auch viel kleiner sind, als in den vergangenen Jahren.
Mehrfach hob Warren Buffett hervor, dass er einem langfristigen Anleger (10 Jahre und mehr) raten würde, lieber in solide Aktien zu investieren als in Rentenpapiere, auch wenn wenn man von deren Renditen keine Wunder erwarten solle.
Am Rande kam er auf Ethanol zu sprechen und hier schaltete sich Charlie Munger ein und sagte, daß er die Idee, Autos mit Getreide zu betanken für eine der dümmsten Ideen halte, die er jemals gehört habe. Er führte aus, daß die höhreren Getreidepreise zu höheren Lebensmittelpreisen führen und dass die Energie, um Ethanol zu erzeugen, höher sei als die Einsparungen durch sie. Daraufhin witzelte Buffett, man müsse Charlie wohl bald aus Nebraska (einem der großen Getreide-Staaten der USA) herausschmuggeln.
Volatilität ist nicht Risiko
Warren hat mich überrascht mit der klaren Aussage, dass man das Risiko eines Investments nicht an der Volatilität (Schwankungsbreite des Preises) der Vergangenheit messen könne. Für ihn ist es geradezu eine Lüge, wenn immer mehr Vermögensverwalter und Fondsverkäufer mit einer niedrigen Schwankung der Vergangenheit als Nachweis von geringem Risiko werben.
Er führte aus, daß er einst eine Farm in Nebraska für seine Tochter kaufen wollte, und das erste Angebot belief sich auf 2.2 Millionen Dollar. Der Verkäufer pries ihm die nachweisliche Preisstabilität über die letzten 15 Jahre hinweg und bezeichnete das Angebot als günstig und risikoarm.
Aus äußeren Umständen kam es nicht zum Kauf. Aber ein halbes Jahr später fragte er erneut an, weil er die Farm kaufen wollte. Zwischenzeitlich war der Preis der Farm auf 1,6 Millionnen gefallen. Aber der Verkaufer warnte ihn vor dem Kauf, denn die Preise seien "im freien Fall" und unberechenbar am Schwanken.
Warren kaufte die Farm gegen die ausdrückliche Empfehlung des Verkäufers, lächelnd bemerkte er dazu an: Kann der WERT einer Sache risikoreicher werden? - zumal wenn man gerade mit einem 25%igen Abschlag einkauft?
Kaufen Sie Werte!
Das ist auch die wichtigste Botschaft, die Warren Buffett mir für Sie mitgegeben hat: "Kaufen Sie Werte! Und nutzen Sie Gelegenheiten, die günstig zu tun!"
Er selbst kauft Unternehmen, deren Geschäftsmodelle einen Wert darstellen: "großartige Unternehmen mit einzigartigen Geschäftsmodellen und einem seriösen Management" , wobei der Wert sich aus den zu erwartenden Erträgen in den kommenden Jahren abschätzen lässt....
Was sind denn die Werte der Zukunft? Warren sagt: "Schauen Sie sich selber um. Aber vielleicht sollten es nicht unbedingt Zeitungsaktien sein. Nehmen wir an, Johannes Gutenberg würde heute zu Ihnen kommen, und Sie überzeugen wollen, daß wir Bäume fällen sollen, um daraus Papier zu machen und aus dem Papier sollen wir gedruckte Zeitungen herstellen, die uns dann morgens vor die Tür geworfen werden. Würden Sie ihm dafür im Zeitalter des Internet noch Geld geben?"
Viel Erfolg!
Ihr Doc
(Dr. Markus Schoor)

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