Wann wird Ben bekommen, was er will?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 29. September 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Hach ja, heute erfreue ich mich außerordentlich an FED-Häuptling Ben Benernake. Nicht etwa, weil das, was er heute gesagt hat, so überaus erfreulich wäre, sondern deshalb, weil ich erkennen durfte, dass der gute Ben, wirklich sehr leicht einzuschätzen ist.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Ausgabe vom 19.August?
Da hatte ich geschrieben:
"Was die FED braucht um ein QE3 einzuführen!
Nun habe ich im 1.Teil zwar ganz klar geschrieben, dass die QE-Programme nicht funktioniert haben, aber es gibt auch Menschen, die sind da anderer Ansicht. Die sagen zwar auch, dass die QE-Programme nicht absolut und vollumfänglich funktionieren, sie glauben aber auch, dass die FED damit wesentlich Schlimmeres verhindert hat.
Meinetwegen! Ich will dem nicht gänzlich widersprechen, man könnte aber auch sagen, die FED hat zwar immer wieder ein Pflaster auf die Wunde geklebt, was das Verbluten zwar temporär verhindert hat, aber eigentlich müsste die Wunde genäht werden, was die FED augenscheinlich nicht kann. Somit ist die Gefahr des Verblutens eigentlich nur in die Zukunft verschoben, während, je länger das Pflaster-aufkleben-abreißen-aufkleben dauert, zusätzlich die Gefahr einer Infektion wächst. Aber lassen wir das mal...
Kommen wir zu denen zurück, die glauben, dass die FED Schlimmeres oder das Schlimmste verhindert hat. Denn wir müssen davon ausgehen, dass auch die FEDianer zu diesen Menschen zählen.
Was brauchen diese Menschen also, um ein weiteres QE-Programm einzuführen?
Ganz einfach...folgende zwei Dinge:
-
eine schwache Konjunkturentwicklung
-
und ein deflationäres Umfeld
Was können wir daraus folgern?
Wer ein QE3 haben will muss für sinkende Preise sorgen. Der letzte Einbruch an den Märkten hilft da schon mal, aber noch ist die Preisentwicklung eigentlich zu hoch für ein QE3. Na ja, mal schauen was noch kommt im Rest des Jahres..."
Und der liebe Ben hat mir heute einen großen Gefallen getan, indem er meine Überlegungen bestätigt hat:
"Wenn die Teuerung oder die Erwartungen auf einen zu niedrigen Stand sinken, wäre das etwas auf dass wir reagieren müssten, weil wir keine Deflation wollen", so Bernanke heute in Cleveland.
Oder anders gesagt: jeder der jetzt dringend den Punk Rock (Sie wissen ja, mein neues Synonym für QE3) hören will, muss Ben sinkende Preise geben.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute, mit einem leicht bitteren Nachgeschmack auf der Zunge (den die Politik immer öfter bei mir zu hinterlassen vermag) und freue mich nichts desto trotz, wenn wir uns morgen, wie gewohnt, zum Wochenrückblick wiederlesen...liebe Grüße und ich wünsche Ihnen trotz allem einen schönen Abend...
Ihre Miriam Kraus