Wann und wo kommt die nächste Blase? Teil 2
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 8. September 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Doch lassen wir mal die pseudo-medizinische Betrachtungsweise. Die Frage ist ja, ob überhaupt noch genügend Liquidität vorhanden ist um eine weitere Blase zu finanzieren.
Ich behaupte einmal: Ja!
M3 in Europa ist nach wie vor hoch. Einige der großen Schwellenländer halten nach wie vor sehr hohe Devisenreserven, China zum Beispiel. Und auch die russischen und klassischen Petrodollars sollte man wohl nicht ganz unterschätzen.
Und die USA? Nun die veröffentlichen M3 nicht mehr. Sollte M3 in den USA aber tatsächlich gerade am Schrumpfen sein, dann dürfte dies Ben gar nicht gefallen. Also wird er weiter günstig Geld in den Finanzsektor pumpen. Und wenn dann noch Henrys Verhaltenstherapie anschlägt...wer weiß?!
Außerdem sind da noch die hohen Cash-Positionen - wer hielte momentan keine?! - nachdem die Gelder panikartig aus den Aktien- und Rohstoffmärkten abgezogen worden sind.
Doch ewig kann das nicht so weitergehen, irgendwohin müssen die Gelder wieder fließen, irgendwoher müssen wieder Renditen kommen.
Die Frage ist nur wohin, was wird das nächste große Boomthema sein?! Wobei die Frage nicht sein muss, wie lange das Thema dann hält. Das kann zwei, das kann aber auch zehn Jahre andauern.
Es gibt mehrere Kriterien die erfüllt sein müssen, damit der nächste Boommarkt entstehen kann:
- Billiges Geld muss zur Verfügung stehen. (Ben und Henry arbeiten daran)
- Neben institutionellen Investoren müssen auch Privatanleger Zugang zu dem Markt haben.
- Der Markt muss groß genug sein um wirklich viel Kapital aufnehmen zu können (bestimmt mehrere Hundert Milliarden einer stabilen Währung ;-) )
- Derivate (mit Hilfe von derivativen Produkten schafft die Finanzbranche nicht nur Arbeitsplätze, sondern bietet auch die Möglichkeit der einfachen Anlage)
Tja, und jetzt stehen wir wieder am Anfang, denn grundsätzlich erfüllen mehrere Kandidaten Kriterien für das nächste Boomthema:
Die Devisenmärkte ebenso wie die Rohstoffmärkte, aber auch verschiedene Aktienmärkte und sogar Unternehmenskredite.
Alles was bleibt, ist also Augen und Ohren offen zu halten um frühzeitig vom nächsten manischen Schub des Marktes zu profitieren...
So long liebe Leser....ich hoffe Sie nehmen es mir nicht übel, dass ich den Markt so lakonisch an manisch-depressiv diagnostiziere...damit meine ich nicht den einzelnen Marktteilnehmer sondern den Konsens des Glaubens" ...morgen geht es dann weiter mit einer altbewährten Sicherheit die immer an Wert behält und auch in depressiven Phasen taugt...bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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