Wann die Trefferquote von Trendindikatoren abnimmt
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 17. Juni 2011, 16:00 Uhr
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Technische Analyse besteht nicht nur aus klassischer Charttechnik, wie viele Marktteilnehmer meinen. Die Technische Analyse im weiteren Sinne hat sich gerade in den letzten 20 Jahren immer stärker mit Methoden befasst, die Trendstärke und Marktbreite messbar machen. Die Volksweisheit Der liebe Gotte lässt die Bäume nicht in den Himmel wachsen" bekommt für Trader spätestens dann eine neue Bedeutung, wenn die Trendindikatoren eines Marktes alle auf grün" stehen, aber alle potenziellen Käufer bereits engagiert sind. Dann ist bereits der Flügelschlag eines Schmetterlings ausreichend, um eine Korrektur innerhalb des zugrunde liegenden Trends auszulösen. Wie also kann man messen, ob der Markt nur noch aus Bullen oder Bären besteht? Einige Möglichkeiten haben wir Ihnen in den letzten 100 Ausgaben von Investoren-Wissen-Daily aufgezeigt, eine weitere Methode, mit der Sie feststellen können, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist, stelle ich Ihnen heute vor.
Das Put/Call Ratio der CBOE
Es ist noch nicht einmal 40 Jahre her, dass an den Börsenplätzen in Chicago und an der Wall Street der Optionshandel eingeführt wurde. Die Börsen konkurrierten untereinander und die Chicagoer Märkte, die sich auf das Termingeschäft spezialisierten, zogen in den 80er-Jahren den Handel mit Optionen auf Aktienfutures wie den S&P500 an sich. An der New York Stock Exchange (NYSE) in der legendären Wall Street, der weltweit führenden Börse im Aktien- und Rentenhandel, wurden dagegen Optionen auf Aktien und den S&P100 (OEX) eingeführt. Seitdem gibt es von beiden Börsen Statistiken über die Marktbreite der Börsenplätze. Wir zeigen Ihnen heute eine Statistik der größten Optionsbörse, der Chicago Board Option Exchange (CBOE) - das Put/Call Ratio.
Wie errechnet sich das Put/Call Ratio? Nun, ganz einfach, die Anzahl der Verkaufsoptionen (Puts) wird durch die Anzahl der Kaufoptionen (Calls) geteilt. Wird das Ratio größer als 1, so wurden mehr Puts als Calls gehandelt. Damit haben Sie einen Messwert in der Hand, um sich ein Bild über die Marktstimmung (Sentiment) zu machen. Wird der Aktienmarkt so negativ, dass es eine immer größere Anzahl an Put-Käufern gibt und die Optimisten immer mehr in die Defensive gedrängt werden, ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem die kleinste positive Nachricht das Börsen-Pendel umschlagen lässt.
Zum zweiten Teil von: Wenn sich immer mehr Bullen oder Bären auf eine Seite schlagen