Wall Street knackt wichtigen Widerstand – Alcoa liefert ab
Cindy Bach in Insider Daily
vom 11. Oktober 2010, 14:30 Uhr
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die Wall Street hat die zurückliegende Börsenwoche mit einem wichtigen charttechnischen Signal beendet. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte stieg am Freitag um 0,5% oder 58 Punkte auf 11.006 und schloss damit zum ersten Mal seit Anfang Mai wieder über der Marke von 11.000 Punkten.
Für technische Analysten ist der US-Leitindex damit in eine wichtige Widerstandszone eingetreten, die nun Luft bis in den Bereich 11.200 Punkte bietet.
Für abermalige Kauflaune unter den Börsenakteuren in Übersee sorgte die sich durchsetzende Auffassung, dass die amerikanische Notenbank nach erneut schwachen Arbeitsmarktdaten jetzt ihre Geldpolitik weiter lockern müsse, um die Konjunktur zu stützen. Mit minus 95.000 Stellen fielen die amerikanische Arbeitsmarktdaten noch schlechter aus als die Flüsterschätzungen von bis zu minus 75.000 Stellen im Vorfeld gefürchtet hatten. Doch die Aussicht auf erneute Anleiherückkäufe der Fed beflügelte die Aktienkurse.
Das "Stimmungsbarometer" liefert ab - Alcoa nach starken Zahlen gesucht
Unter den Einzelwerten waren Alcoa mit einem Plus von 2,7% auf 12,89 Dollar Tagessieger im Dow Jones. Mit einer zuversichtlichen Prognose machte der US-Aluminiumriese Alcoa, der traditionell die Berichtssaison in den USA eröffnet und daher als Stimmungsbarometer gilt, Hoffnungen auf eine weitere Erholung der US-Wirtschaft. Zum "Saisonauftakt" sprach der Konzern von einer merklichen konjunkturellen Belebung. Insbesondere im wichtigen Geschäft mit der Luftfahrt- und Autoindustrie spürt Alcoa eine anziehende Nachfrage.
"Wir sind leicht optimistisch", sagte Unternehmenschef Klaus Kleinfeld. Der deutsche Manager, der früher den Siemens-Konzern leitete, verwies auf Zuwächse in mehreren größeren Regionen und Märkten. Vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern wie China, Brasilien, Indien und Russland ziehe der Bedarf an. Daher erwartet der US-Branchenprimus für dieses Jahr nun einen Anstieg des Aluminium-Verbrauchs um 13%. Die bisherige Prognose lag bei 12%.
Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Alcoa den Umsatz um 15% auf 5,3 Mrd. Dollar. Zugute kommt dem Aluminium-Produzenten eine Belebung des Luftverkehrs. Flugzeugbauer wie Boeing und Airbus ordern mehr von dem Leichtmetall, weil sie ihre Produktion ausweiten. Daher erwartet Alcoa im Luftfahrt-Geschäft mittlerweile ein Wachstum von 2 bis 4%, nachdem das Management bislang von einer Stagnation ausgegangen war.
Auch im Geschäft mit der Autobranche deute sich eine langsame Verbesserung an, sagte Kleinfeld. Im Bereich Getränkedosen und Verpackungen rechnet Alcoa dagegen mit leichten Rückgängen in Nordamerika. Kein Ende des Negativtrends sieht das Unternehmen im Geschäft mit der Bauindustrie. Dort dürften sich die Einbrüche fortsetzen, sagte Kleinfeld.
Zu schaffen machten Alcoa im dritten Quartal hingegen sinkende Aluminiumpreise und ungünstige Effekte durch einen schwächeren Dollar. Beides drückte auf den Nettogewinn, der von 77 Mio. im Vorjahreszeitraum auf 61 Mio. Dollar fiel. Negativ zu Buche schlugen ferner Sonderbelastungen von 35 Mio. Dollar. Trotzdem seien die Ergebnisse besser als erwartet ausgefallen, weil das Unternehmen an der Kostenschraube gedreht habe, so der Tenor einiger Analysten. Die Analysten von J.P. Morgan beispielsweise stuften die Aktie von Alcoa nach der Berichtsvorlage von "Neutral" auf "Overweight" hoch.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach
