Wahres Leben oft gewinnbringender als ein Studium Teil 2 von 2
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. Juni 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Was ist mit demjenigen Menschen, der eigentlich Doktor werden wollte...aber sich dann dazu entschied, sich selbständig zu machen? Oder der dann für ein Pharmazieunternehmen arbeitete? Würde der es besser haben, wenn er früher damit angefangen hätte...anstatt sein Studium fortzusetzen?
Anders gefragt: Hätte Bill Gates mehr Erfolg gehabt, wenn er an der Harvard Universität geblieben wäre und Jura studiert hätte? Ich weiß es nicht. Aber es ist unwahrscheinlich.
Um ein allgemeineres Beispiel zu nehmen: Was ist mit dem Kind, welches ins Familienunternehmen eintreten soll? Ist so ein Kind besser dran, wenn es studiert? Fast jedes Elternteil würde sagen "lass ihn so lange wie möglich lernen und studieren." Das könne nicht schaden.
Aber vielleicht kann es doch schaden.
Die Leute lernen, egal wo sie sind und was sie tun. Deshalb ist die wirkliche Frage...wo kann man wahrscheinlich mehr lernen...oder welche Art von Lernen wird wertvoller sein?
Das Lernen aus Büchern hat einen Wert - besonders in den Wissenschaften. Aber wenn meine Hypothese korrekt ist, dann kann es wertvoller sein, relativ früh mit dem Anhäufen von Instinkten und Erfahrung beginnen, anstatt an der Uni zu bleiben.
Und die Zeit an der Uni bzw. in der Schule kann nicht nur weniger produktiv sein...sie könnte sogar kontraproduktiv sein. Viel von dem, was gelehrt wird - es hängt vom Fach ab - ist überhaupt kein Wissen. Das ist nicht mehr als intellektuell modisches Geschnatter, was sich später als komplett falsch erweist.
Stellen Sie sich vor, dass eine arme Familie ein Kind an ein Ivy League Institut sendet, damit es dort einen Abschluss in Volkswirtschaft oder Betriebswirtschaft macht. Wenn man die ganze Ausbildungszeit des Kindes nimmt, dann hat eine Familie dann fast 300.000 Dollar für die Bildung des Kindes ausgegeben.
Dann, wenn das Kind seine Studien abgeschlossen hat, kommt er zurück und wendet die neuesten Finanztheorien auf das Familienvermögen an. Wenn so ein Kind z.B. 2005-2007 zurückgekommen wäre, dann hätte er das Familiendepot vielleicht mit Ramsch-Hypotheken-Papieren vollgeladen, um höhere Renditen mit "sicheren" Investments zu erzielen.
Ein solches Kind hätte vielleicht auch die moderne Portfoliotheorie angewendet....wie die Genies, die dafür den Nobelpreis erhalten hatten und dann in ihrem Fonds einen Großteil des Vermögens verbrannten. Oder vielleicht hätte er sein Wissen bei Firmen angewendet. Man kann sich vorstellen, dass ein solches Kind dem Vater und anderen alten Hasen mitteilt, dass sie ihren "Shareholder Value" maximieren müssten, indem sie neue Investitionen mit ausschließlich Schulden finanzieren, um die Hebelwirkung auf das Eigenkapital zu erhöhen.
Die alten Hasen würden ihre Köpfe schütteln. "Nein, Schulden sind doch keine gute Idee...", würden sie sagen. Oder: "Hmmm....irgendetwas ist daran nicht richtig..."
Aber wenn sie gefragt werden, warum sie so widerwillig dabei sind, dann würden sie in einer Diskussion nur wenige Argumente vorbringen können. Sie haben ihre Erfahrung, die akkumulierte Weisheit von Jahrzehnten - aber was ist das schon gegen die mathematischen Beweisen der Jungen, die mit einem frischen MBA-Abschluss kommen und den Alten sagen wollen, wie es geht!
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Esther Brunner (10.06. 2011 10:05 Uhr):
Dazu fällt mir ein Buch ein, dass ich vor Jahre gelesen habe, darin ging es darum, dass in dem Gesetz der Natur, der Nachwuchs auf die Erfahrung der erwachsenen Tiere angwewiesen ist, um das Überleben einer Spezies zu sichern, andernfalls wären diese schlicht nicht überlebensfähig, da ihnen die lebensnotwendigen Erfahrungen fehlen. Vielleicht sollten wir als Menschen uns das auch etwas mehr zu Herzen nehmen. Denn die Kombination gute Bildung gekoppelt mit der Erfahrung des Weisen ist nach meiner Meinung auf jeden Fall erstrebenswert.Und man sollte sich immer bewusst sein, dass die Weisheit des Weisen nur so an die nachfolgende Generation weitergegeben werden kann, da wir Menschen nicht unsterblich sind. Mein Vater hat zum Beispiel noch die 3Oer Jahre erlebt, hat mit viel davon erzählt, leider ist er 2006 gestorben und hat viele Fragen die ich gerne beantworte hätte offen gelassen.
Antworten - Kommentar von Dr Heinemann (10.06. 2011 15:22 Uhr):
Liebe Leser, es mag wohl für die meisten Menschen richtig sein, zu lernen, eine gute Schule zu besuchen und zu studieren. Das hilft im Leben bestimmt sehr viel. Wer aber mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, für den entscheiden die Eltern schon frühzeitig dies und das. Ein selbstbestimmtes Leben wird dann schwer realisierbar. Es heißt ja immer eine, zwei oder drei Generationen bauen ein Familienunternehmen auf bzw. häufen Reichtum an. Die dritte oder vierte Generation bringt das Vermögen dann durch. Viele derartiger Beispiele sind mir schon untergekommen. Uns allen ist der Quelle-Versand noch in Erinnerung. Man möchte bei Frau Schickedanz annehmen, ihr jahrelanges Engagement vor der Pleite beschränkte sich auf schminken, ankleiden, shoppen, Freundinnen anrufen und zu Empfängen zu gehen. Das bewirkt der goldene Löffel. Wünsche allen frohe Pfingsten. Ihr Dr. H.
Antworten