Wahl 2009
Tom Firley in Investors Daily
vom 21. September 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
kurz vor der Wahl werden Ängste vor dem „Danach" wach. Laut zahlreichen Berichten in den Börsenmeodein gehen viele Anleger gehen davon aus, dass nach der Wahl die deutschen Börsen ihre Rally beenden werden.
Zwar gehe ich auch in der Tat davon aus, dass eine Korrektur vor der Tür steht. Allerdings hat dies mit der Wahl wenig zu tun, denn:
Falls die amerikanischen Börsen (unbeeindruckt vom Wahlausgang in der „Bananenrepublik" Deutschland) weiter steigen sollten, wird das auch weiterhin den Dax befeuern... außer natürlich (oder vielleicht...) in den Tagen nach der Wahl. Hierfür kann ich Ihnen aber schon jetzt die Schlagzeilen für die verschiedenen Kombinationen liefern.
1.) Falls die SPD unvorhergesehen starke Zuwächse erreichen sollte und die Börse fällt:
„CDU-Schlappe schickt Dax in den Keller"
2.) Falls die SPD unvorhergesehen starke Zuwächse erreichen sollte und die Börse steigt:
„Anleger feiern Bestand der Großen Koalition"
Gibt es noch weitere Kombinationen?
Theoretisch gäbe es natürlich noch unzählige weitere Kombinationen (am populärsten wohl „Schwarz-Gelb"), aber nach dem letzten TV-Duett... äh... -Duell scheint es doch auf die Weiterführung der Großen Koalition hinauszulaufen.
Da ich immer sehr böse Mails erhalte, wenn ich mich politisch äußere, möchte ich nur soviel sagen (schließlich möchte ich keinem den Montagabend oder Dienstagmorgen verhageln):
Gehen Sie wählen!
Und wenn Sie wählen gehen und möglicherweise diesmal etwas „extremer" in eine Richtung wählen wollen, dann seien Sie sich bitte der möglichen Folgen bewusst. Denn:
Wer am lautesten schreit, hat nicht immer die besseren Argumente... das sollten wir Deutschen wohl am besten wissen. Nach dieser unschönen Erinnerung noch etwas Montagsspaß:
Utopie: Die Börsen-Partei
Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Partei, bei der jedes Mitglied nur dann eintreten darf, wenn es in einem gewissen Maße Börsenkenntnis hat. Stellen wir uns weiter vor, dass in dieser Partei verschiedene Gruppen gebildet würden, die besondere Fachkenntnis zu einem bestimmen Bereich hätten (Entwicklung von Banken, Infrastruktur-Firmen, Rohstoffen, Technologie, Versorger, Emerging Markets, starke ausländische Märkte etc. etc.). Wirklich und echte Fachkenntnis, die sie zu einem effizienten Berater befähigen würde.
Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, dass genau dorthin die Gelder fließen würden, wo sie wirklich und nachhaltig am sinnvollsten eingesetzt würden. Ohne Hin und ohne Her. Ohne „Mehrwertsteuer bleibt bei 19% die nächsten Jahre, außer wir müssen sie steigern". Rettungspakete würden dann nicht mehr eingesetzt werden, da bereits im Vorfeld der ein oder andere schlaue Mensch sich mal anguckt, was Bank-Manager da so treiben...
Ach, obwohl. Was sag ich denn? Dann wäre ja auch die Börse selbst auf einmal überschaubarer und vor allem weniger volatil und viel weniger crash-gefährdet... Dann könnten wir uns gar nicht auf die Schulter klopfen, wenn aus mal gut läuft und könnten die Amis nicht beschuldigen, wenn es mal schlecht läuft.
Dann bräuchten Sie auch keine kostenlosen Börsendienste mehr wie den Investors Daily, der zumindest etwas Charttechnik „rüber" bringen will. Und damit (mit der Charttechnik) geht es morgen weiter.
Bis zur Wahl schreib ich auch nichts mehr über Politik - versprochen!
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Falls Sie sich fragen, ob solch eine Börsenpartei theoretisch möglich wäre: Natürlich, aber ein erfolgreicher Unternehmer oder Top-Manager (der sein Geld wert ist), wird wohl kaum für 20.000 Euro im Monat arbeiten wollen... das in etwa bekommt die Kanzlerin (allerdings muss sie - wie jeder andere Beamte auch - keine Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen).