Wachstumsphasen der Sojabohne
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 22. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Durchschnittliche Aussaat-Zeiten in den 5 größten produzierenden US-Bundesstaaten:
-
Beginn
Aktivste Phase
Ende
Illinois
6. Mai
15.Mai - 9. Juni
16. Juni
Iowa
4.Mai
14.Mai - 2. Juni
17. Juni
Minnesota
6.Mai
16. Mai - 3. Juni
23. Juni
Indiana
5.Mai
15. Mai - 5. Juni
20. Juni
Ohio
5.Mai
10. Mai - 7. Juni
23. Juni
Quelle: GS
In Brasilien erfolgt die Aussaat im Oktober und November.
Während dieser Phase sind milde Temperaturen und moderate Niederschläge ideal.
Denn wenn der Boden zu trocken oder auch zu feucht ist, erschwert dies die Aussaat. Dies kann dann zu Verzögerungen bei der Aussaat führen, wodurch meistens die Ertragsraten sinken.
Keimphase
Auf die Aussaat erfolgt die Keimphase über etwa 2-3 Wochen. In dieser Zeit sind die Pflanzen (ebenso wie in der Blütephase) noch sehr anfällig.
Extreme Wetterverhältnisse können die Pflanze in diesem Stadium ebenso belasten wie Schädlinge.
Blütephase
Auf die Keimphase folgt die Blütephase. In den USA geschieht dies etwa Mitte bis Ende Juli. Auch in dieser Phase ist die Pflanze noch deutlich anfällig für alle Wetterextreme oder Schädlingsbefall. Eine gute Blüte allerdings spricht oft für eine gute Ernte. Während dieser Phase (wie auch während der Hülsen- und Körnerbildung) hat die Pflanze einen erhöhten Wasserbedarf und erfordert Sommerniederschläge.
Bestäubung und Ausbildung von Wurzelwerk
Nach der Bestäubung bilden die Pflanzen schließlich ihre Bohnenhülsen aus, aus welchen die Bohne dann hervorgeht. Nicht jede Blüte setzt allerdings auch Bohnenhülsen an (zwischen 20 und 80 %). Eine Hülse enthält zwischen 1 und 5 Samen (die Bohnen).
Darüber hinaus bildet die Pflanze nach der Bestäubung ihr enormes Wurzelwerk schließlich vollständig aus. Dieses kann bis zu 1,5 Meter lang werden. Sobald die Wurzeln ausgebildet sind ist Pflanze deutlich robuster und kann - mit Ausnahme von Frost - auch extremeren Wetterverhältnissen trotzen. Zu diesem Zeitpunkt gilt die Ernte also bereits als ziemlich gesichert, sofern nicht noch sehr außergewöhnliche Umstände eintreten.
In den USA beginnt die Ernte etwa am 21. September und ist bis zum 10. November normalerweise in allen Bundesstaaten abgeschlossen (die aktivste Phase findet vom 1. Oktober bis zum 25. Oktober statt).
In Brasilien findet die Ernte im März und April statt.
In dieser Phase kommt es nun wieder darauf an, dass keine extremen Wetterverhältnisse die Ernte erschweren (heftiger Schneefall oder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt für die USA; für Brasilien erschweren eher sehr heftige Regenfälle die Ernte).
In dieser Phase ist es also wichtig, dass die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen und die Niederschläge nicht zu heftig ausfallen.
Allgemein hat die Sojabohne verhältnismäßig höhere Wärmeansprüche und gedeiht gut in lockeren, leicht erwärmbaren Böden mit hoher Wasserkapazität.
Sie ist frostanfällig, aber auch anfällig bei zu starker Trockenheit!
Fazit
Grundsätzlich kann man sagen, dass Agrarrohstoffpreise bestimmten saisonalen Trends unterliegen, je nachdem um welchen Agrarrohstoff es sich handelt, wann die Aussaat erfolgt usw.
Natürlich unterliegt die Preisentwicklung den fundamentalen Bedingungen und außergewöhnliche Ereignisse können auch die Preise auf außergewöhnliche Weise beeinflussen, doch im Grunde ist für jeden Agrarrohstoff ein ganz bestimmtes typisches saisonales Muster erkennbar.
Allgemein könnte man es so ausdrücken: die Preise tendieren logischerweise eher nach unten, wenn die Ernte am Markt eintrifft und tendieren eher nach oben, wenn die Pflanze gerade heranwächst, also besonders empfindlich ist gegenüber Wetterbedingungen und Schädlingsbefall.
So long liebe Leser...damit wollen wir nun das Thema Getreide vorerst abschließen....aber vergessen Sie bitte nicht: saisonale Trends sind nur einer von vielen Faktoren die es zu bedenken gilt bei einer Analyse des Marktes und der Preisentwicklung....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend...bis morgen und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
Artikel weiterempfehlen