Wachstumsmarkt Vietnam
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. November 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
heute möchte ich Ihnen von meiner dritten und letzten Südostasien-Reiseetappe berichten: Vietnam. Vietnam - eines der faszinierenden wachstumsstarken asiatischen Länder der zweiten Reihe, nach den großen China, Korea und Singapur.
Vietnam Wirtschaft erzielte in den vergangenen Jahren enorm hohe Wachstumsraten zwischen 6 und 10 %. Seit den 90er Jahren betreibt Vietnam Doi Moi, eine wirtschaftliche Erneuerungspolitik die den Übergang von Planwirtschaft zu einer Marktwirtschaft mit sozialistischer Orientierung" beschreibt. Seit dem vergangenen Jahr ist Vietnam Mitglied der Welthandelsorganisation.
Die wirtschaftliche Öffnungspolitik zeigt großen Erfolg. Ausländische Direktinvestitionen (15 Milliarden USD in 2007; steigendes Volumen für 2008 zu erwarten) strömten in den letzten Jahren förmlich ins Land. Wie ich während meines Vietnambesuchs aus der örtlichen Presse entnahm, zahlen ausländische Unternehmen im Vergleich sogar deutlich höhere Löhne, allerdings zuungunsten von Sozialleistungen.
Inländische Unternehmen holen allerdings schwer auf. Mittlerweile stehen die Staats- und teilprivatisierten Betriebe für 40 % der industriellen Produktion und 35 % der Gesamtexporte. Inzwischen wurde gut die Hälfte der Staatsbetriebe teilprivatisiert. Die vietnamesische Regierung will in naher Zukunft auch profitable Großbetriebe privatisieren.
Stichwort Inflation
Ich muss zugeben, ich war insbesondere auf meinen Vietnam-Besuch äußerst gespannt. Nachdem im Frühjahr dieses Jahres die vietnamesische Wirtschaft als deutlich überhitzt galt und ich auch im Vorfeld meiner Reise immer wieder erschreckendes über die hohe Inflation las (ein Artikel gab an, in Vietnam würden gegenwärtig nur noch US-Dollar akzeptiert) war ich begierig die Realität selbst zu erfahren. Und wieder einmal hat sich bestätigt was ich immer schon wusste: Vertrauen ist gut, selber erfahren ist besser! ;-)
Weder in Saigon (so wird die Stadt traditionell von den Einwohnern noch immer genannt, obgleich Ho Chi Minh City der offizielle Name ist) noch außerhalb der Großstadt in der Küstenregion ist Stagnation zu spüren. Das Infrastrukturwachstum blüht. In Saigon schießen weiterhin Hochhäuser mit ihren Glasfassaden aus dem Boden, Straßen werden gebaut und auf dem Land bauen die Menschen eifrig an ihren so speziellen und für Vietnam typischen, farbenfrohen Häusern die mich immer an eine Mischung aus britisch-schmaler Bauweise und spanischer Finca erinnern. Mein Vergleich hinkt zwar etwas, aber ich kann keine anderen Worte für diese wirklich spezielle und interessante Bauweise finden. Bei Interesse, suchen Sie doch einfach mal nach Fotos dieser Häuser. Die von mir aufgenommenen sind leider zu stark verwackelt...
Dennoch ist das Wirtschaftswachstum des Landes gegenwärtig nicht - wie zuvor noch - oberste Priorität der Wirtschaftspolitik. Mittlerweile hat man das Wirtschaftswachstum von 9 auf 6 % korrigiert. 6 % !!!! Ist das nicht immer noch eine Traumrate?!
Ich persönlich gewann jedenfalls das Gefühl, dass sich die wirtschaftliche Situation in Vietnam deutlich entspannt hat.
Doch zurück zur obersten Priorität der vietnamesischen Wirtschaftspolitik: der Inflation. Obgleich diese im Jahresvergleich noch immer bei über 20 % liegt ist sie doch in der letzten Zeit spürbar zurückgegangen. Die Maßnahmen der Regierung wie eine restriktivere Geldpolitik, flexiblere Wechselkurse und Budgetdisziplin zeigen deutlich Wirkung. Ich kann nur sagen: ich habe in keinem Teil des Landes in US-Dollar bezahlt, sondern ausschließlich in vietnamesischen Dong. Und ich habe es auch nicht erlebt, dass ein Händler stattdessen auf US-Dollar gepocht hätte. Das Preisniveau erschien mir konstant, eher auf thailändischem Level und deutlich höher als beispielsweise in Laos.
Stark wachsender Dienstleistungssektor
Obwohl noch immer der überwiegende Teil der vietnamesischen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist ( ich liebe vietnamesische Märkte und feil gebotene landwirtschaftliche Güter; nur zwei Tipps: wenn Sie einmal nach Vietnam fahren müssen Sie eine frische Kokosnuss trinken [kein Vergleich zu den hierzulande angebotenen etwas älteren Modellen] und ein Stück Zuckerrohr kauen [unvergleichlicher Geschmack]) trägt dieser Sektor nur 20 % zum BIP bei.
Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt leistet der industrielle Sektor mit 42 %. Die zentralen Sektoren hier sind die Produktion von Textilien, Schuhen, Stahl und Zement, sowie der Schiffbau und die Petrochemie. Die wichtigsten Handelspartner Vietnams sind im Übrigen China und die EU (hier alles voran Deutschland). Vietnam liefert vor allem Bekleidungsartikel, Schuhe und Kaffee. Deutschland wiederum exportiert vor allem Maschinen nach Vietnam.
Der am stärksten wachsende Sektor ist mittlerweile allerdings der Dienstleistungssektor. Sein Anteil am BIP beträgt offiziell 38 %. Insbesondere der Tourismus ist zu einer wachsenden Einnahmequelle geworden. Herrliche Strände, luxuriöse Hotels, guter Service und auch hier das allgegenwärtige Englisch laden zum Urlaub in Vietnam ein. Auch die historische Vergangenheit wird mittlerweile touristisch vermarktet. Ob Einmal-Krabbeln-durch-einen-Tunnel-der-Vietcong", Ho Chi Minh auf T-Shirts oder aus Getränkedosen geformte Panzer - alles da. Ein Tipp: sehenswert ist das Kriegsreste-Museum in Saigon (wegen der US-amerikanischen Touristen umbenannt; zuvor trug es den verdienten Namen: Museum der Kriegsverbrechen).
Warum sage ich, der Anteil am BIP beträgt offiziell 38 %? Weil es in diesem Sektor eine Schattenwirtschaft gibt die nicht offiziell erfasst wird. Sehen Sie sich dazu eines der Bilder im 2. Teil an....
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von le van lon (08.01. 2011 08:24 Uhr):
Aktien in Vietnam sind Schrottpapier vergessen Sie nicht das in VN kriminelle regiert,mann verliert nur Geld in VN .Deutsche Firmen besteckten viel Steuergeld ohne Ende oder Abschluss
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