Vulkanausbruch auch an den Börsen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 19. April 2010, 08:30 Uhr
heute morgen holen die Börsen in Fernost das nach, was die westlichen Märkte am Freitag-Nachmittag beschäftigte und zu teils kräftigen Tagesverlusten führte. Die US-Börsenaufsicht hat Betrugsvorwürfe gegen die Investmentbank Goldman Sachs erhoben. Diese soll Hypothekenkredite vertrieben haben, bei denen klar war, dass diese an Wert verlieren würden. Nicht nur die Bundesregierung prüft nun rechtliche Schritte gegen die Investmentbank. Dieser kleine Vulkanausbruch hat nicht nur andere Banken, die möglicherweise auch bald des Betrugs bezichtigt werden könnten, sondern den gesamten Markt belastet. Hierzulande war es die Deutsche Bank, die am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Scheinbar traut man dem deutschen Branchenprimus auch in diesen Belangen das meiste zu?
Auch die letzten Quartalsberichte konnten nicht mehr so überzeugen. Von General Electric und der Bank of America wurde etwas mehr erwartet. Ob nun nach dem Vulkanausbruch dessen Asche den Blick der bullisch eingestellten Marktteilnehmer vernebelt und diese daraufhin ihre Aufwärtsbewegung nicht mehr fortführen können, bleibt aber abzuwarten. Noch wurde niemand lahm gelegt!
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): kann der Schock abgeschüttelt werden?
Gleich drei Gewinntrades konnte ich am Freitag einfahren. Besser kann man kaum ins Wochenende starten! Nach Börsenstart löste sich der Dax von seinen vorbörslichen Tiefstständen bei 6.250 Punkten, der Kurs-Zone, die auch schon an den Vortagen ausreichend Halt bot. Als dann rasch noch die Widerstandszone bei 6.265 Zählern zurückerobert werden konnte, ging ich long (bei 6.270). Bei 6.300 Punkten verließen den Bullen dann aber erneut die Kräfte. Ich nahm meinen Gewinn bei 6.294 mit und wechselte ins Bärenlager (Short-Einstieg zu 6.293,5). Auch wenn die 6.300er-Marke weiterhin dem Ansturm der Bullen standhielt, nach unten ging es eben auch nicht. Der Dax schien bei 6.265 Punkten gut unterstützt zu sein. Ich beendete den Trade daher bei 6.277 Punkten. Im Nachhinein muss man nun sagen, dass der Ausstieg zu früh erfolgte. Am späten Nachmittag knickte der deutsche Leitindex doch noch ein. Der Vulkanbrach aus. Mit dem Rutsch unter die doppelte Unterstützung, die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) und die 6.250er-Unterstützungsmarke, ging ich gemäß meiner morgendlichen Analyse erneut short (Ausführung zu 6.239,5). Die Abwärtsdynamik war weiter stark. Den Dax zog es unter mein erstes Kurs-Ziel von 6.170 Punkten. Doch dann berappelte er sich doch noch. Ich beendete den Trade und damit meine Handelswoche (Ausführung zu 6.181,5).
Ergebnis v. Freitag: Gewinn 98,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Wegen den Betrugsvorwürfen gegen Goldman Sachs konnte das hohe Kurs-Niveau um 6.300 Punkte nicht verteidigt werden.
Ein derartiger Gewinn-Tag, wie der Freitag einer war, ist immer wieder einmal nötig. Denn oft gleichen sich die kleinen Gewinne und die kleinen Verluste nahezu aus. Verdienen kann man erst, wenn auch ab und an Ausreißer-Ergebnisse gelingen. Heute morgen gibt es einen kleinen Ausreißer ganz anderer Natur. Der Dax wird vorbörslich deutlich unter den Abendnotierungen vom Freitag gesehen. Solange aber die 6.100er-Marke bzw. die Unterstützungslinie bei 6.094 Punkten hält, haben die Bären nicht mehr als ein Etappenziel erreicht. Die Aussichten auf den Gesamtsieg erhöhen sich erst mit dem Bruch dieser doppelten Unterstützung. Wird dieser vollzogen, gehe ich short. Dann wird im Laufe dieser Woche die glatte 6.000er-Marke mit hoher Wahrscheinlichkeit angelaufen. Stößt sich der Dax aber um die 6.100er-Marke ab, eröffne ich eine Long-Position. Ein weiterer Long-Einstieg ergibt sich, wenn die Bullen den kleinen Goldman Sachs-Schock abschütteln und die 6.200er-Marke eindeutig zurückerobern können. Ist die Verunsicherung aber so groß, dass ein Erholungsversuch bereits an der runden Kurs-Marke endet, gehe ich short.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Sie können den CFD auf den Dax (auch bei anderen Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
