Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom
Irland - ja, die schöne grüne Insel war sozusagen die Eintrittspforte der Finanzkrise in Europa. Über Irland schwappte das US-Problem" nach Europa.
Schon im Vorfeld (bevor die Finanzkrise auch in Europa als solche wahrgenommen wurde) waren die irischen Banken in arge Bedrängnis und Liquiditätsnot geraten. Vergangene Woche erst hatte Irland bekannt gegeben sich in einer Rezession zu befinden.
Am Montag verzeichnete der irische Aktienindex ISEQ den höchsten Tagesverlust innerhalb der letzten 2 Jahrzehnte. Bankaktien hatten bis zu 45 % verloren.
Nun war rasches Handeln angebracht und die Iren handelten. Rasch und radikal!
So entschied das irische Finanzministerium gestern alle Einlagen der größten irischen Banken bis zum Jahr 2010 zu garantieren. Absolute Staatsgarantie für die sechs größten irischen Banken, darunter Allied Irish Bank, Bank of Ireland, Anglo Irish Bank, Irish Life and Permanent, Irish Nationwide Buiding Society und die Educational Building Society.
Dies ist wohl die radikalste und umfassendste Maßnahme bisher - für Irland eine bisher noch nie zuvor dagewesene Einmischung.
Und doch eine notwendige und wohl unumgängliche - die Alternativlösung wäre wohl sonst tatsächlich das Horrorszenario der kilometerweiten Schlangen vor den Banken gewesen. Irland hatte mächtig viel Vertrauen wieder aufzuholen.
Sowohl Panik als auch die darauf folgende Radikallösung sind verständlich, betrachtet man die irische Immobilienblase. (ja für Immobilienblasen muss man nicht erst in die USA fahren). In den vergangenen Jahren sind die irischen Immobilienpreise fast doppelt so stark angestiegen wie in den USA und lagen immerhin in der Spitze noch um 46 % über den britischen Preisen.
Was aber passiert wenn solch eine Blase platzt, der Wert der Immobilien sinkt und Hypotheken nicht mehr bedient werden können, das weiß man in den USA und mittlerweile auch in Großbritannien inzwischen sehr genau. ;-)
Nehmen wir gerade Großbritannien: auch dort ist der Häusermarkt eingebrochen und Besserung ist nicht in Sicht. Erst heute kam die Neuigkeit heraus, dass wohl einer der größeren Baufirmen mittlerweile ihre Appartements um 46 % unter Wert verkauft.
Und die britischen Banken? Die versuchen nun ihre Einlagen auf ihre irischen Töchter umzulagern.
Denn Irland bietet nun Vertrauen - aber im Angesicht all dessen muss man sich fragen wie viel Irland am Ende denn eigentlich alleine tragen könnte?!
So gesehen hätte ich einen Vorschlag für die anderen Europäer - sieht man sich die Immobilienpreisentwicklung der letzten Jahre an, dann meine ich mit den Europäern neben den Briten auch die Spanier, Griechen, Dänen, Niederländer und Franzosen (in diesem Zusammenhang zeigen sich in Europa einzig stabil die Deutschen und die Schweizer [ die Schweizer Immobilienpreise sind im Vergleich der letzten Jahre nur äußerst moderat gestiegen; die Immobilienpreise in Deutschland seit Anfang des Jahrtausends sogar leicht gesunken] ) :
Adaptiert die irische Vorzeigelösung und spendet rechtzeitig genug Vertrauen!
Auch wenn es natürlich Risiken birgt und bei einigen wohl auch nur in abgeschwächter Form überhaupt zum Tragen kommen muss. Doch die Briten und Spanier sollten sich das Ganze wirklich gut überlegen!
So long liebe Leser...so viel für heute einmal...so verbleiben wir denn einen weiteren Tag hoffnungsfroh auf die Entscheidungen der Politik wartend und hoffen doch alle miteinander, dass wir weltweit weitsichtige Volksvertreter erwählt haben...;-)...bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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