Vorsicht vor falschen Zielkursprognosen bei Continental!
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 2. Mai 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Den Chart der Conti-Aktie identifizierten einige Wirtschaftsjournalisten am Wochenende als Formation Tasse mit Henkel" (Cup- and Holder). Das ist per Definition der US-Chart-Päpste O'Neil und Bukowski aber falsch, denn der Kurseinbruch, der im Oktober 2008 bei 60 Euro begann und im März 2009 bei 10 Euro endete, ist viel zu groß, um die Voraussetzungen dieser Formation zu erfüllen. Untertassenformationen sollten eine Bodentiefe von 50 Prozent, besser sind 33 Prozent, nicht überschreiten. Weshalb ich das erwähne? Nun, in den Printmedien wird jetzt ein Kursziel von 100 Euro kommuniziert, was ich mit nicht haltbar bis unseriös" kommentieren möchte.
Conti hat ähnlich wie der obige DAX-Autosektor-Index ein qualitativ gutes Kaufsignal generiert, das aber einen Schönheitsfehler aufweist: Der Anstieg kommt in einer technisch überkauften Situation, soll heißen, die Aktienkurse sind seit mehr als einer Handelswoche Tag für Tag nur gestiegen, ohne sich zu erholen. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns jetzt auf den statistisch schlechten Börsenmonat Mai zubewegen mehr als heikel. Somit reduzieren wir das kurzfristige Kursziel für Conti auf 77 Euro und das mittelfristige Kursziel auf 82 Euro.
Für CFD-Trader mag das erste Kursziel noch genügend Potenzial aufweisen, um sich kurzfristig zu engagieren. Aber auch für Optionstrader scheint der Zeitpunkt günstig zu sein, in den nächsten Tagen am Schwung der letzten Woche zu partizipieren. Wir halten unsere Conti-Calls, die wir vor 2 Wochen für das aggressive Musterdepot des Target Trader gekauft haben, fest und reiten den Bullen, bis ihm die Puste ausgeht.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Ihr Jürgen Nowacki
Zum ersten Teil von: Steigt die Trendstärke-Linie (DMI, blau), dann mit beiden Händen...
