Vorsicht vor dubiosen Brokerhäusern!

in Traders Daily
vom


von Michael Vaupel

Ich weiß, dass viele meiner Leser bei amerikanischen oder britischen Brokerhäusern einen Account haben. Das macht Sinn, wenn Sie mit amerikanischen Optionen handeln wollen. Das habe ich noch nie getan – und werde es auch nicht. Denn mit den Möglichkeiten, die sich an der Börse Stuttgart (der "Euwax") bieten, bin ich mehr als zufrieden.


Schließlich gibt es dort ca. 30.000 verschiedene Scheine, auf alle möglichen Basiswerte. Und Scheine aller Risikokategorien: Von kapitalgesicherten, strategischen Zertifikaten bis hin zu Turbo-Scheinen mit Knock-Out-Barriere. Sobald ich eine klare Einschätzung zu einem bestimmten Markt habe, dann kann ich mittlerweile fast sicher sein, dass es dafür auch einen Schein gibt. Es gibt Basiswerte en masse: Von chinesischen H-Aktien über indische Indizes, amerikanische Anleihenrenditen bis hin zum Kaffeepreis.

Besonders wichtig: Bei der Mehrheit der Scheine stellt der Emittent fortlaufend verbindliche An- und Verkaufspreise. Das bedeutet, dass Sie NICHT von tatsächlichen Umsätzen abhängig sind. Ich höre immer wieder von Lesern, dass Sie einen bestimmten Schein nicht kaufen, weil der ja "seit Wochen nicht gehandelt worden ist". Das spielt keine Rolle! Wenn der Emittent An- und Verkaufspreise stellt, dann können Sie jederzeit ein- und auch wieder aussteigen. Ob es tatsächliche Umsätze gegeben hat, spielt da keine Rolle.

Jetzt nochmal zurück zum Thema amerikanische oder britische Broker! Ich komme auf dieses Thema, weil ich gestern mit einem Kunden meines Börsenbriefs telefoniert habe (im Rahmen unserer wöchentlichen Redaktionssprechstunde). Und was ich von ihm gehört habe, hat mich richtig geärgert:

Er ist Kunde bei einem britischen Broker und wird von diesem unter massiven telefonischen Druck gesetzt, bestimmte Positionen einzugehen. So empfahl man ihm letzte Woche, eine neue Position zu eröffnen: Gleichzeitig einen Put und einen Call zu kaufen. Dass es sich bei dieser Anlagestrategie um einen "Straddle" handelt (der durchaus Sinn machen kann!), wurde ihm nicht gesagt. Ihm wurde barsch mitgeteilt, dass "man schließlich wüsste, was das Beste für ihn sei." Als er sich mehrfach geweigert hatte, auf knapp vorgeschlagene telefonische Vorschläge einzugehen, musste er sich Sprüche wie "mit Ihnen können wir nicht arbeiten" anhören. Man muss sich das einmal vorstellen: Er wurde schließlich jedes Mal ungebeten angerufen, und es geht um SEIN Geld! Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die "Commission" bei jeder Transaktion im mittleren dreistelligen Eurobereich liegt.

Es ist wirklich unfassbar! Solche Brokerhäuser sollten Sie meiden wie der Teufel das Weihwasser! Meine Bitte an Sie:

Wenn Sie ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht haben, lassen Sie es mich wissen (Email an info@investor-verlag.de). Wenn das kein Einzelfall ist, dann werde ich auf dieses Thema selbstverständlich zurückkommen – ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie vor dubiosen Anbietern warnen könnte!

Beste Grüße,

Michael Vaupel

von
Michael Vaupel
Michael Vaupel

Michael Vaupel ist einer der führenden Rohstoff- und Derivate-Experten. Bereits während seiner Studienzeit hat er als Finanzjournalist und Analyst gearbeitet.

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