Vorsicht! Rotlicht!
unserem Korrespondenten Tom Dyson in Baltimore in Investors Daily
vom 08. Juli 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Vorsicht. Die Ampeln sind auf "Rot" umgesprungen. Rotlicht ist angesagt.
Irgendwann am letzten Wochenende tat ich mein Bestes, um den amerikanischen Unabhängigkeitstat zu feiern, und ich fand mich auf einem Barhocker im Stadtteil "the block" (eine der weniger glamourösen Seiten von Baltimore), trank billigen Rotwein, mit 3 Transsexuellen, zwei Schwulen und einer Dame ... aber, ich schweife ab ...
Denn das "Rotlicht", auf das ich mich heute beziehe, hat nichts mit den dunklen Klubs und Straßenecken von Baltimore zu tun, sondern mit einem "Verkaufssignal" des Aktienmarktes. Sie sehen, liebe(r) Leser(in), wir hier vom Investor's Daily gehen weit, um Ihnen gute Ergebnisse präsentieren zu können. Wir wagen uns in Territorien vor, die Brokern, "Market Makern" und Aktien-Gurus vorenthalten bleiben. Denn wir rufen eindeutig zum "Verkaufen" auf. Und hier ist der Grund:
Der weltbekannte Anayst Dr. Steve Sjuggerud hat einen Indikator entwickelt, den er das "1–2–3-Aktienmarkt-Modell" nennt. Der Indikator zeigt "rot", wenn 1) Aktien teuer sind und 2) die Fed die Zinsen erhöht.
Letzten Mittwoch wurde der zweite Teil davon erfüllt; Greenspan hat die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt erhöht. Und was die Bewertungen der Aktien angeht, nun, ich brauche Ihnen ja wohl nicht zu sagen, wie teuer amerikanische Aktien sind. Aber ich werde es Ihnen dennoch sagen.
Diese Woche nennt das Barron's Magazin für den US-Aktienmarkt ein durchschnittliches KGV von 21,6. Dr. Sjuggerud bezeichnet ein KGV von 17 als angemessen, woraus sich eine Überbewertung von 21 % errechnet. Damit der Indikator wieder von "rot" zu "gelb" umschlägt, da müsste die Fed die Leitzinsen entweder senken oder für zumindest 6 Monate unverändert lassen. Oder die Aktien müssten wieder fair bewertet sein. "Wir sind wahrscheinlich mehr als ein Jahr von beidem entfernt", sagt der notorisch akkurate Dr. Sjuggerud, "gewöhnen Sie sich ans Rotlicht."
Scharfsinnige Leser(innen) werden sich fragen, wie akkurat dieser Indikator in der Vergangenheit war. Nun, die Ergebnisse sind – natürlich – exzellent. Wenn man die letzten 80 Jahre untersucht, dann gab es 25 Fälle, in denen es für mindestens 3 Monate "Rotlicht" gab. Und in 20 dieser 25 Fälle sind die Aktienkurse gefallen, um durchschnittlich 14 % pro Jahr.
Mehr zu Dr. Steve Sjuggerud im Beitrag ganz unten. Jetzt aber zunächst zu Bill Bonner und seinen Reiseerlebnissen: