Vorsicht beim DAX
Profit Radar zum Thema Dax 30
vom 11. Dezember 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Die aktuelle Entwicklung zeigt uns also: Es ist viel Negatives eingepreist. Wie ich schon sagte: Wenn sich die schlechten Nachrichten auf diesem Level einpendeln und wir keine schlimmere Horrormeldung kriegen, dann ist dies der Boden.
Aber: Wenn wir neue, noch schlechtere Nachrichten bekommen, dann ist der Startschuß für eine weitere Abwärtsbewegung gegeben. Eine solche Nachricht wären beispielsweise eine neue Bankenpleite (jetzt unwahrscheinlich), der Staatsbankrot eines kleineren Emerging Market oder - und das ist die größte Gefahr - Anzeichen dafür, dass die Rezession länger dauert, als bisher erwartet.
Denn das ist in den Kursen noch nicht eingepreist. Ist es wahrscheinlich, dass die Rezession länger dauert, als die hoch bezahlten Experten in den Banken und der Politik annehmen. Ich weiß es nicht. Und die wissen es auch nicht.
Aber ich weiß, was ich sehe. Und ich sehe, dass die Firmen Massenentlassungen vornehmen. Und da frage ich mich: Warum sollten die Manager, welche die Lage ja am Besten einschätzen können, Tausende und Abertausende von Arbeitnehmern entlassen, wenn sie der Meinung sind, dass der schlimmste Teil der Rezession in der 1. Jahreshälfte 2009 überstanden ist?
Ein ganz wichtiger Punkt für die kommenden Tage. Achten Sie nicht auf die Kursentwicklung beim DAX. Wenn Sie wirklich am Puls der Märkte sein wollen, dann achten Sie auf die Kursentwicklungen beim Dow Jones und dem S&P 500.
Nicht nur, dass die US-Indizes derzeit die absoluten Führungsrollen haben. Die Performance beim DAX wird aktuell auch noch durch die Effekte der Abgeltungssteuer verzerrt. Sprich: Der DAX dürfte in den kommenden Tagen andere Indizes outperformen. Das bedeutet aber auch: Wenn wir im Dow Jones und dem S&P 500 in den kommenden Tagen Schwäche sehen, und sich damit das charttechnische Bild eintrübt, dann besitzt der DAX Nachholpotential nach unten, wenn der Abgeltungssteuer-Effekt ausläuft.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi