Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien
vom
Exkurs: Facebook und die Exitstrategie der institutionellen Anleger
Es ist schon erstaunlich zu beobachten, mit welchem Medieninteresse die Aktienkursentwicklung von Facebook nach dem Börsengang immer noch begleitet wird und mit welcher Naivität jetzt darüber geklagt wird, dass die Aktie innerhalb weniger Tage 21 Prozent verlor. Über die faire Behandlung von Aktionären wird diskutiert und dass sich die Wall-Street-Banken gegenüber den Kleinanlegern unfair verhalten hätten. Dabei ist es doch ein ganz normaler Vorgang, dass sich die strategischen Investoren in der Entwicklungsphase eines Unternehmens zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit hohem Risiko billig einkaufen und abwarten bis die Braut hübsch gemacht wurde, um dann auszusteigen, wenn die Kurse am höchsten sind. Das ist eine der ältesten und einfachsten Exitstrategien, die natürlich nur dann funktioniert, wenn die Medien vorher richtig eingestimmt wurden.
Ich möchte nicht beurteilen, was fair oder unfair ist, aber die Braut schön aussehen zu lassen, wenn sie zum Altar geführt wird, gehört zum Spiel des Lebens, oder? Wer soll denn die Tantieme der Golden Boys an der Wall Street (Zitat: André Kostolany) bezahlen, wenn nicht Millionen von Kleinanleger? Dieses Beispiel soll deutlich machen, wie die Märkte funktionieren. Sie brauchen also vor allem zwei Dinge für den Erfolg: erstens eine gesunde Skepsis bei Börsengängen und zweitens einen Volumenindikator für die Aktien, die bereits am Markt sind.
Im folgenden Beispiel zeige ich Ihnen eine Aktie, die von institutionellen Anlegern bei 35 Euro distribuiert, also bei guten Nachrichten verkauft wurde und wo sich aber demnächst eine Kaufgelegenheit ergeben könnte.
Viele Deutsche Aktien zeigen momentan ein Bild der neutralen Positionierung institutioneller Anleger, so wie wir es jetzt bei der Deutsche-Bank-Aktie sehen. Werden die roten Balken wieder stärker nach unten gehen und wird sich der Abwärtstrend im DAX noch einmal verstärken?
Das hängt jetzt unter anderem davon ab, wie sich die fundamentalen Daten der Bank entwickeln werden. Märkte neigen zur Übertreibung und wenn die Ertragsaussichten schlechter werden, sollten Sie darauf achten, wie sich die Fondsmanager in dieser Aktie positionieren. Nutzen die Portfoliomanager mögliche schlechte Nachrichten für antizyklische Käufe, würden Sie, liebe Leser, es hier sehen und wertvolle Hinweise für Ihre Einstiegsstrategie gewinnen können.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki,
Chefredakteur Target Trader
Das Ende der Mittelschicht
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