Vorreiter der Hyperinflation
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 30. Oktober 2008, 07:30 Uhr
ENL5462
Liebe Leserin, lieber Leser!
Der beispiellose Zusammenbruch beim Baltic Dry Index geht in eine neue Dimension. Mittlerweile ist der Index bei 925 Punkten angelangt, und ein Ende des Kollapses zeichnet sich immer noch nicht ab. Die ersten deflationären Kollateralschäden" kommen in der Realität an. Und es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, ehe erste Versorgungsengpässe in der Lebenswirklichkeit zu begutachten sein werden.
Weitere Leitzinssenkung in den USA
Ob indes die weitere Senkung des US-Leitzinses um 0,5 Prozent auf nunmehr ein Prozent tatsächlich bei Joe Sixpack" ankommen wird, steht in den Sternen. Jedenfalls scheint der eigentlich zwanghaft optimistische US-Durchschnittsverbraucher langsam aber sicher jegliche Zukunftshoffnung zu begraben. Das Verbrauchervertrauen nach Lesart der Universität von Michigan ist auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1969 zusammengebrochen.
Europäische Wiederbelebungsversuche
Auch diesseits des Atlantiks sind die verantwortlichen Bürokraten eifrig bemüht, mit hektischen Rettungsbemühungen das Ableben diverser Notfälle zu verhindern. Ob es nun akute Geldspritzen für Island oder Ungarn, oder mögliche Konjunkturprogramme sind. Aktuell scheinen sich die Akteure mit panischem Aktionismus zu überbieten. Die Bundeskanzlerin kündigt mutige und nachhaltige" Hilfen an, EU-Kommissions-Chef Barroso einen umfassenden PLAN für einen Wirtschaftsaufschwung in Europa".
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, der EU-Boss verspricht uns einen Aufschwung nach Plan. Ein schlimmer Schelm, wer da die Assoziation Planwirtschaft im Hinterkopf hat.
Anwerfen der Gelddruckmaschine
Nachdem nun die USA auf dem besten Weg zu einer Nullzinspolitik sind, die Europäer wohl die Maastricht-Kriterien flexibel" auslegen werden und zudem überall die Politik der Geldmengenausweitung weiter angeheizt werden wird, bleibt nur noch die Frage, wie lang uns die deflationäre Episode heimsuchen wird. Oder, anders formuliert, wann beim Otto Normalverbraucher dann wieder deutlich steigende Preise ankommen werden.
Allerspätestens, wenn an den Kurstafeln der Börse täglich prozentual dreistellige Kurszuwächse angeschrieben werden, dann dürfte auch dem Allerletzten klar sein, dass die Deflationszeit beendet ist.
Gegenwärtig verbucht die viertgrößte Börse Afrika in Simbabwe tägliche Kursgewinne in Höhe von 200 Prozent. Angeblich versuchen die Marktteilnehmer ja bloss, der Hyperinflation im Lande ein Schnippchen zu schlagen.
Die offizielle Inflationsrate des einstigen Modellstaats beträgt sage und schreibe 231 Millionen Prozent.
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