Vorlesen der Wunschliste beruhigt die Marktteilnehmer
Till Kleinlein in Devisen-Monitor
vom 3. Februar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
lange Zeit dümpelte der Dax gestern um den Schlusskurs des Vortages herum. Es schien sogar, dass eher die Bären endlich einmal zum Zuge kommen könnten. Doch dann wurde die Rede von Ben Bernanke, dem Chef der amerikanischen Notenbank, zum ausschlaggebenden Faktor. Durch seine Aussagen konnte die positive Grundstimmung erhalten werden, sie wurde sogar noch etwas befeuert. Neues hat der Fed-Chef zwar nicht verkündet, aber seine Aussagen kamen wohl zur rechten Zeit. Unter anderem möchte er das US-Finanzsystem und die US-Wirtschaft vor einer Ansteckung durch die europäische Schuldenkrise schützen. Keine Neuigkeiten, sondern das Vorlesen einer Wunschliste hat den Markt wieder nach oben drehen lassen. Der Markt möchte also oben bleiben.
Aber auch das könnte schnell Schnee von gestern sein, wenn heute die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben werden. Die Vorboten diese Woche - ADP-Arbeitsmarktbericht und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe - waren nicht besonders gut, deswegen aber gleich auf eine Enttäuschung beim den so wichtigen Arbeitsmarktdaten zu wetten, wäre übertrieben. Lets wait and see!
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +0,59% |
| Dow Jones: | -0,09% |
| EuroStoxx50 | +0,30% |
| EUR/USD: | +0,01% |
| Gold: | +0,95% |
| Silber: | +1,09% |
| Öl (Sorte Brent): | +0,54% |
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (03.02. 2012 19:45 Uhr):
Ich hoffe ja nicht, dass Mr. Bernanke schon an Alzheimer erkrankt ist. Offensichtlich weiß er nicht mehr, dass die europäische Schuldenkrise ihren Anfang von der amerikanischen Immobilienblase genommen hat, was sich dann zu einer handfesten Bankenkrise (mit Schwerprunkt USA-Großbanken) entwickelt hat, bis hin dann zu der bekannten europäischen Staatenkrise. Er braucht also das US-Finanzsystem keinesfalls vor einer Ansteckung der europäischen Schuldenkrise schützen; die war ab 2007/2008 schon infiziert genug durch die eigenen himmelschreienden Fehler, die allenhalben damals gemacht wurden. Herr Bernanke wäre gut beraten, vor seiner eigenen Haustüre zu kehren, bevor er auf andere Staaten zeigt.
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