Vorboten für Euroverluste?
Andreas Schnappberger in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. Juni 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Euro bleibt angeschlagen.
Obwohl die Nachrichtenlage gestern schon ziemlich dünn war, bleibt es dabei, dass der Druck auf dem Euro noch immer von den Tradern gespielt wird. Die leicht besser als erwarteten Hausverkäufe in den USA konnten dem Dollar bei Kursen um 1.2570 etwas helfen und haben den Euro nochmals bis auf 1.2545/42 gedrückt. Die Preisaction war vor allem durch die sehr kurzfristigen Daytrader beherrscht. Noch möchte bei diesen Kursen kein größerer Investor klare strategische Entscheidungen treffen. Zu unsicher ist nach wie vor die Lage hier.
Die Optik machts.
Sicherlich kann man sich jetzt überlegen, dass bei den letzten Kursverlusten des Euro vor allem gegen den US Dollar die Währungspaar EUR/USD relatvi billig aussieht. Optisch war die Einwertung bei 1.30 teuer und jetzt sieht es eben nach einem Kursverlust in den lezten Wochen um satte 500 Pips relativ billig aus. Aber eben nur relativ, denn wer sagt uns denn verbindlich, ob eine Währung billig oder teuer ist. DA hat man es manchmal bei den Aktien schon einfacher. Wenn Sie hier eine Bewertung haben bei der Sie entdecken, dass alleine das Vermögen aus Fuhrpark, Immobilien, Maschinen etc, kurz das Umlaufvermögen deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs gehandelt wird, dann kann man durchaus hier eine Spekulation wagen, da die Aktien ernsthaft billig zu schein seint. Würde man einfach das Ganze Equipment der jeweiligen Firma verkaufen und dadurch einen größeren Erlös erzielen, so kann man sicher sein, dass es nicht wenige Risikofonds gibt, die konkrete Überlegungen zum Erwerb eines solchen Aktienpakets anstreben. Manchmal funktioniert das ganz ausgezeichnet und manchmal überhaupt nicht, da die Analysten in Ihrer Einwertung die berühmte „Altlasten“ oder sonstige Belastungen vergessen haben. Als Trader ist es daher oftmals der beste Weg, sich gar nicht erst groß zu Überlegen, ob ein Markt billig oder teuer ist, sondern ausschließlich darauf zu reagieren welche Seite überwiegt. Oftmals ist es an den Börsenmärkten am interessantesten eigentlich gar keine Meinung zu haben oder zumindest nicht auf ihr zu bestehen wollen.
Yen profitiert von Aussagen.
Der Japanische Yen konnte wieder alles in allem leichte Zugewinne verzeichnen. Der Grund hierfür lag in den Aussagen von Mr. Fukui, der der Bank of Japan empfohlen hat, die jetzigen beschlossenen Geldpolitischen Schritte der letzten Wochen nun ohne verzögerungen umzusetzen. Hier war vor allem gemeint, dass die Niedrigzinspolitik ad Akta gelegt werden soll bzw. auch wird und die Zinsen sukzessive weiter steigen werden. Grund genug, den Yen für den Moment einmal von der Kaufseite aus anzugehen und auch hier den Euro zu verkaufen. Ein Chart-Bild sagt hier fast mehr als tausend Worte.
EUR/JPY.
Trader buchen Gewinne in Neuseeland.
Ein sogenanntes Short Covering hat der Markt gestern und auch heute in der Nacht im NZD, also dem Neuseelanddollar gesehen. Nachdem nicht wenige größere Adressen schon seit Tagen auf einen fallenden Markt in AUD/NZD – Australdollar gegen Neuseelanddollar spekuliert haben und damit gutes Geld verdient haben, wurden die Gewinne zuerst einmal vor den morgen wichtigen Zahlen zum Bruttosozialprodukt für das Q1 eingestrichen, gegtreu dem Motto: An Gewinnmitnahmen ist noch keiner gestorben – AUD/NZD pendelt daher jetzt um 1.1820 in dünnem Handel vor den Zahlen am Donnerstag.
EUR/CAD als Vorbote?
Mit dem gestrigen Kursmuster im Währungspaar EUR/CAD (Candollar) könnte sich als Egänzung zur Einwertung für EUR/USD durchaus ein kleiner Vorbote einstellen, der uns die Richtung vorgibt. Nachdem die Kuse in den letzten Sitzungen die wichtige Marke von EUR/CAD von 1.4120 nachunten verlassen haben, schielen die Trader jetzt auf Kursbereiche bis zu 1.3810/15 als erstes Ziel. Auch hier gilt, die Basiswährung in EUR/CAD muss verkauft werden und die ist der Euro.
EUR/CAD
Viel Erfolg im Trading
Andreas Schnappberger

