An der Wall Street ist Dr. Martin Weiss eine Institution. Ein unbequemer Analyst, der kritische Fragen stellt, Missstände aufdeckt und Skandale beim Namen nennt.
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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In einer hochvolatilen Handelswoche vor Pfingsten ging es am deutschen Aktienmarkt leicht bergauf. Am Freitag ging der Leitindex bei 6339 Zählern ins Wochenende.
Alles in allem entspricht dies einem Wochenplus von gut einem Prozent. Ja, nach den herben Verlusten der Vorwoche konnten sich Deutschlands Standardwerte leicht stabilisieren. Allerdings bleibt festzuhalten, dass es bis auf weiteres hochnervös und überaus volatil zur Sache gehen wird.
Siemens als Wochengewinner
Erstaunlich war, dass das Index-Schwergewicht Siemens mit einem Zugewinn von gut vier Prozent als Wochengewinner unter Deutschlands Standardwerten glänzen konnte. Sicherlich ein schwacher Trost für all jene, die seit Jahresanfang investiert sind. Denn seit Anfang Januar verlor die Siemens-Aktie gut sieben Prozent. Deutlich besser dagegen die Entwicklung der Aktie der Deutschen Post. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie gut zwölf Prozent zulegen. In der vergangenen Woche betrug das Plus fast vier Prozent.
Deutsche Börse und ThyssenKrupp auf Talfahrt
Dagegen fielen die Papiere der Deutschen Börse und ThyssenKrupp als Wochenverlierer auf. Bei der Deutschen Börse ging um 5,7 Prozent nach unten. Bei der Aktie des Stahlkochers ThyssenKrupp belief sich der Wochenverlust auf 5,1 Prozent. Wenig Freude auch für die Investoren, die schon längere Zeit die beiden Aktien halten. Seit Jahresbeginn 2012 beläuft sich das Minus auf gut acht Prozent bei der Deutschen Börse bzw. gut 20 Prozent bei ThyssenKrupp. Wohl gemerkt, Ende 2007 lag der Aktienkurs der Deutschen Börse deutlich über 100 Euro. Aktuell dümpelt die Aktie des Börsenbetreibers unter 40 Euro vor sich hin. Ähnlich verheerend die Entwicklung der ThyssenKrupp-Aktie. Hier ging es von über 45 Euro auf aktuell um die 14 Euro bergab.
Kapitalvernichtung pur
Sicherlich gibt es unter Deutschlands Nebenwerten noch derbere Kapitalvernichter. Hier sei vielleicht die Aktie von Heidelberger Druck erwähnt. Die Aktie des Weltmarktführers für Druckmaschinen kostete um die Jahrtausendwende noch um die 45 Euro. Aktuell siecht das Papier nur noch bei Kursen von gut einem Euro vor sich hin. Allein in der vergangenen Woche ging es hier um fast elf Prozent nach unten. Und ein Ende der Leidenszeit für alle Langfristinvestoren ist alles andere als in Sicht.
Schuldenkrise spitzt sich zu
Apropos Leidenszeit, die Lage in den krisengeplagten Schuldenstaaten der Euro-Zone spitzt sich weiter zu. Und auch hier gibt es keine Hoffnung auf rasche und nachhaltige Besserung. Im Gegenteil. Aus diversen Agenturmeldungen war zu lesen, dass sich in Griechenland die Bürger anscheinend auf den totalen wirtschaftlichen Kollaps vorbereiten. So sollen der Zeitung Kathermini zufolge im bisherigen Verlauf des Monats Mai die Steuereinnahmen um ein Fünftel eingebrochen sein. Hierfür gebe es viele Gründe. Zum einen befindet sich das Land in einer extremen Wirtschaftskrise. Zum anderen verschlechtere sich die Steuermoral vor den entscheidenden Wahlen am 17. Juno zusehends. Es ist gar die Rede davon, dass viele liquide Griechen nicht mehr Steuern an eine Organisation zahlen wollen, die schon relativ rasch bankrott sein könnte. Insofern nehmen einige Steuerzahler Griechenlands gar hohe Säumniszuschläge in Kauf.
Ja, nun steht also der Monat Juni bevor. Und es sieht sehr danach aus, dass dieser Monat den Anfang des Endes der europäischen Währungsunion, wie wir sie bisher kannten, einläuten wird...