Vor der Schicksalswahl der Griechen

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte
vom


Welch unglaubliche Volatilität! Gestern reichte allein das Gerücht aus, dass wohl geheimen Umfragen zufolge die griechischen Konservativen die Schicksalswahl am Sonntag klar gewinnen werden, um die Börse in Athen prozentual zweistellig nach oben zu katapultieren.

Bankaktien mit satten Kursgewinnen


Ja, sie lesen richtig. Der griechische Aktienmarkt schnellte gestern um zehn Prozent nach oben. Der Endstand lag bei exakt 550 Zählern. Einzelwerte wie die Aktie der National Bank of Greece verbuchten einen Kursgewinn von mehr als 25 Prozent. Zugegeben, das Niveau, von dem diese Kurssprünge ausgehen, ist extrem tief. Ende 2007 lag der Kurs der National Bank of Greece noch bei über 40 Euro. Trotz des satten Zugewinns von gestern liegt die Aktie im Vergleich zum Stand von vor fünf Jahren also immer noch mehr als 96 Prozent im Minus.

Bank Run spitzt sich zu

Ja, die die Lage im Krisenland in Südosteuropa ist dramatisch und spitzt sich täglich zu. Es läuft ja schon seit geraumer Zeit ein stiller Bank Run, der sich in jüngster Vergangenheit sogar massiv verstärkt. Aktuell sollen täglich bis zu 500 Millionen Euro von den Konten in Griechenland abgezogen werden. Anders formuliert, die Vertrauensabstimmung findet am Bankschalter statt. Und die ist eindeutig negativ. Vermutlich wohl auch, weil viele Griechen schlicht in der Not auf den letzten Notgroschen zurückgreifen müssen.

Steigende Arbeitslosigkeit

Fakt ist jedenfalls, dass dem offiziellen griechischen Statistikamt zufolge die Arbeitslosenquote im krisengeplagten Land auf unglaublich hohe 22,6 Prozent hochgeschnellt ist. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mittlerweile deutlich über 50 Prozent. Damit wurde der höchste Stand seit Bestehen der Republik erreicht. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Arbeitslose in Griechenland nur ein Jahr Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Im Anschluss daran entfällt jegliche Unterstützung.

Währungsreform in Griechenland?

Apropos Gerüchte, natürlich gibt es auch wild-diffuse Gerüchte, dass es nach einem möglichen Wahlsieg der Linken am Sonntag zu einer Währungsreform in Griechenland in Verbindung mit der Einführung der neuen Drachme kommen könnte. Sicher scheint jedenfalls, dass bei einem klaren Sieg der Linken der Bank Run extreme Züge annehmen könnte. Bankfeiertage, Abhebebeschränkungen und Kapitalverkehrskontrollen in Einklang mit strengen Grenzkontrollen könnten die Folge sein.

Rauswurf aus dem Euro?

Auch möglich, dass der Druck aus Europa auf die Hellenen weiter drastisch zunimmt. Der slowakische Premierminister Fico hat am Donnerstag bei einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass er fordern werde, Griechenland aus dem Euro zu werfen, wenn die griechische Regierung nicht die Forderungen im Zusammenhang mit dem Rettungspaket erfüllen sollte.

Selten war die Spannung, die Anspannung vor einer Wahl so groß wie in diesen Tagen im Juno des Jahres 2012. Nichts, aber auch wirklich nichts scheint ausgeschlossen zu sein.

Auch wenn es fast sicher ist, dass es unabhängig vom Wahlausgang kurzfristig ein Happy End" für die Griechen leider nicht geben kann und wird...

Zum zweiten Teil von: Bericht aus Florida

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Kommentar von Stierlein

Bericht ist total o.k., es wird allerhöchste Zeit, dass dieser Zustand endlich radikal beendet wird, sie sind es nicht wert, dass ihnen geholfen wird, denn sie haben kein Einsehen !!! Der Tourismus nach Griechenland wird total darunter leiden, das ist schon mal 100%ige Sicherheit und der wird weiter fallen. Durch ihr eigenes Verhalten werden die Griechen immer mehr runter gezogen, aber sie wollen es ja so !! Keine Bereitschaft für richtige Reformen, aber ich denke dazu ist es sowieso zu spät, sie haben sich in diese Zwangsschraube selbst hineinmanöveriert ! Raus mit Griechenland ! Stierlein

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