Katja Sell in Insider Daily
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am Freitag befanden sich die Börsen rund um den Globus auf rasanter Talfahrt. Die Zinssenkung der EZB als Maßnahme zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur reichte den Anlegern anscheinend nicht aus, hier war mehr erwartet worden. Und die Entwicklungen am amerikanischen Arbeitsmarkt taten dann am Freitagnachmittag ihr übriges. Im Juni wurden in den USA nur 80.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft neu geschaffen. Damit hatten sich die Arbeitsmarktdaten schlechter als erwartet entwickelt, was den deutschen Leitindex in die Knie zwang.
Der DAX rutschte zum Wochenschluss auf 6.410 Punkte und schloss damit 1,92 Prozent niedriger als einen Tag zuvor. Der EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 2,1 Prozent bei einem Zählerstand von 2.236 Punkten aus dem Handel. In New York drückten die Anleger ebenfalls auf den Verkaufsknopf. Der Dow Jones-Index ging mit 12.772 Punkten und einem Minus von 0,96 Prozent ins Wochenende.
Auftragsflaute bei Japans Maschinenbauern
In Asien begann die neue Handelswoche wegen schlechter Vorgaben aus den USA ebenfalls mit roten Vorzeichen. Darüber hinaus bereiten schwache Wirtschaftsdaten aus Japan den Anlegern weltweit Sorgen. Wie aktuell auf der Website der Nachrichtenagentur Reuters zu lesen ist, brachen Maschinenbauern wie Komatsu und Sumitomo Heavy Industries die Aufträge im Juni weg. Nun befürchten Börsianer, dass aufgrund dieser Signale aus Japan die weltweite Konjunktur an Schwung verlieren könnte. Der Nikkei-Index verabschiedete sich deshalb am Montagmorgen mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 8.896 Zählern aus dem Handel.
DAX vor Start der Berichtsaison auf Richtungssuche
Am deutschen Aktienmarkt begannen die Anleger die neue Woche zunächst sehr verhalten. Positive Nachrichten gab es heute von der deutschen Exportwirtschaft. Wegen der hohen Nachfrage aus aller Welt stiegen die deutschen Ausfuhren im Mai gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent. Allerdings brachten diese Neuigkeiten kaum Dynamik. Sichtlich verunsichert von den Nachrichten aus dem Ausland sucht der DAX zur Stunde immer noch nach einer Richtung. Um die Mittagszeit befindet sich das deutsche Börsenbarometer mit 6.410 Punkten auf dem Niveau des Schlusskurses von vergangenem Freitag.
Im Fokus der Anleger ist heute ganz klar der Beginn der US-Berichtssaison. Nach Handelsschluss wird der Aluminium-Konzern Alcoa traditionell als erstes Unternehmen die Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlichen. Einige Experten vermuten, dass die Geschäfte im zweiten Quartal gegenüber dem ersten etwas nachgelassen haben. Am Freitag präsentiert uns dann die amerikanische Großbank JP Morgan Chase ihre Zahlen zum zweiten Quartal. Nachdem das Geldhaus im Mai eingeräumt hatte, dass man 2 Mrd. US-Dollar bei riskanten Finanzwetten verzockt hat, wollen die Anleger nun ganz genau wissen, wie hoch die Verluste tatsächlich sind. Es wird also spannend.
Ich wünsche Ihnen einen guten Handelsstart.
Katja Sell