Von verpassten Trendwenden und dem "Zauber" des Sparen
Katja Kram in Insider Daily
vom 24. November 2009, 14:30 Uhr
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Draußen weht uns derzeit ein kräftiger Herbstwind und die Ohren - doch beim Windkraftanlagenbauer Nordex lässt der Aufwind noch auf sich warten. Zwar präsentieren sich die aktuellen Quartalszahlen der Noderstädter ganz passabel, sie lösten jedoch bei Anlegern keine Begeisterungsstürme aus. Denn der Konzern kündigte am Dienstagmorgen an, dass die Trendwende abermals verschoben werden muss.
Beim operativen Gewinn konnte der Spezialist für Windkraftanlagen gegenüber den beiden vorangegangen Quartalen des laufenden Geschäftsjahres zwar leicht zulegen. Doch mit einem Ebit von 12,4 Mio. Euro im Zeitraum Juli bis September 2009 konnte Nordex nicht an die Zahlen des Vorjahresquartals mit 21,0 Mio. Euro heranreichen. Der Nettoerlös halbierte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 15,8 Mio. auf 7,6 Mio. Euro. Damit ist Nordex die Trendwende in diesem Jahr noch nicht gelungen.
Umsatzziel für 2009 steht - Besserung ist aber erst 2010 in Sicht
Im laufenden Geschäftsjahr geht Nordex von einer leichten Verbesserung für das Umsatzwachstum aus. Nach neun Monaten konnte das Unternehmen bereits einen Umsatz von 814 Mio. Euro einfahren. In Erwartung eines geringfügig steigenden Absatzes in der Branche bekräftige die Konzernleitung die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2009 in Höhe von rund 1,2 Mrd. Euro. Wegen gestiegener Personalkosten in 2009 erwartet der Konzern für das laufende Fiskaljahr jedoch eine geringere Ebit-Marge von 3,0%. Gegenüber dem Vorjahr mit 5,5% würde sich diese beinahe halbieren.
Eine Besserung der Situation wird nach Angaben des Vorstandschefs Thomas Richterich frühestens für das erste Halbjahr 2010 erwartet. "Wir erwarten, dass unser Markt im Laufe des Jahres 2010 wieder stärker anspringen wird, deshalb haben wir trotz der Finanzmarktkrise mit Augenmaß investiert. So werden wir in der Lage sein, unser internationales Geschäft unmittelbar mit dem Aufschwung wieder forciert auszubauen", erklärte er in einer Telefonkonferenz und setzt dabei vor allem auf ein Anziehen des Absatzes in den USA. Inzwischen geht etwa ein Fünftel der Umsätze auf das Geschäft in den USA.
Hewlett Packard: Mit Sparen zum Milliardengewinn
Während einige erst im kommenden Jahr mit frischem Aufwind rechnen, haben andere Branchen bereits wieder Rückenwind. Das könnte man zumindest annehmen, wenn man sich die Quartalsbilanz von Computerkonzern Hewlett-Packard ansieht. Das Unternehmen präsentierte gestern sein Zahlenwerk für das vierte Geschäftsquartal 2008/2009 und überraschte mit einem Milliardengewinn. So meldete der amerikanische Informationstechnik-Hersteller, dass der Gewinn im abgelaufenen Quartal von 2,1 Mrd. Dollar im Vorjahrszeitraum um 14% auf 2,4 Mrd. Dollar gestiegen sei.
Bei genauerer Betrachtung des Zahlenwerkes fällt jedoch auf, dass der Konzern den Anstieg des Gewinns vor allem einem stringenten Sparkurs und einem glänzenden Dienstleistungsgeschäft im vierten Quartal zu verdanken hat. Beim Umsatz liegt der Konzern mit 30,8 Mrd. Dollar im vierten Quartal rund 8% unter dem Vorjahresniveau mit 33,6 Mrd. Dollar. Während Hewlett Packard im Servicegeschäft deutlich zulegen konnte, ging das Geschäft mit Computern, Druckern und Software merklich zurück. So brach der Absatz in diesem Bereich im Quartal 4 um etwa 12% ein. Nun hofft der PC-Hersteller aus Palo Alto auf das neue Betriebssystem Windows 7 von Microsoft, dem PC-Absatz wieder etwas Flügel verleiht.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre
Katja Kram