Von Millionen und Milliarden
Tom Firley in Investors Daily
vom 17. September 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
gestern schrieb ich versehentlich: Der Überschuss (bei Goldman Sachs) sank von 2,85 Milliarden auf 845 Milliarden, ein Rückgang von 70 %.
Das stimmt natürlich so nicht. Der Überschuss ist von 2,85 Milliarden auf 845 Millionen zurückgegangen - ein wirklich blöder Tipp-Fehler, auf den ich dann auch ungewöhnlich viele Leser-Mails erhielt. Die einen Mails waren freundlicher, die anderen eher, sagen wir mal eher direkter Natur. Zum Beispiel schrieb Uwe D.:
Sie meinen sicher in Ihrem Artikel "Finanzwerte weiter unter Druck" von gestern, bei den Zahlen über Goldman Sachs, 845 Millionen und nicht Milliarden wie dort geschrieben.? !!
kann passieren ;-) ist aber schon etwas störend in einem solchen sonst gut recherchierten Artikel;
Das war einer der netten Hinweise. Helmut W. dagegen schrieb beispielsweise:
Es ist schon schlimm wenn man wenn man keinen Bezug mehr zu den Größenordnungen hat und Milliarden und Millionen nur so durcheinanderwirbelt. Lesen sie mal nach.
Selbstverständlich ärgerte ich mich über meinen Fehler. Andererseits, nach einer Zeit, freute ich mich - und zwar über Sie, meine Leser. Denn Ihre Richtigstellung zeigt mir, dass Sie meine Beiträge auch tatsächlich gründlich lesen und ich die besten und aufmerksamsten Leser der Welt habe.
So, und damit ich heute vor lauter Freude keine Zahlenverrenkungen einbauen kann, schauen wir uns ein paar Charts an. Gestern erwähnte ich ein paar Aktien, die einen Boden bilden bzw. sich bereits in einem leichten Aufwärtstrend befinden.
BAYER
Bayer ist einer der wenigen Dax-Werte, der im Juli nicht unter sein März-Tief fiel. Die Aktie konnte sogar immer höhere Tiefs ausbilden und dies ist, wie Sie wissen, allgemein ein Zeichen für einen Aufwärtstrend. ABER: Die Bayer-Aktie befindet sich seit April in einer Seitwärtsrange zwischen 51 und ca. 57 Euro (schwarzes Rechteck) und per heute (Bayer verliert aktuell 3% auf 54,30 Euro) sieht es nicht so aus, als ob diese Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst werden könnte. Daher: Ein Wert für die Watchlist.
Unterstützend könnten Sie den MACD betrachten (unterer Chartteil), der kürzlich ein Kaufsignal generiert hat. (So, und wer mich jetzt als Erster auf eine markttechnisch diskussionswürdige „Besonderheit" im letzten Satz aufmerksam macht, bekommt von mir persönlich ein Börsenbuch zugesandt. Schreiben Sie mir einfach.)
FRESENIUS MEDICAL CARE

Da ich den Chart nicht überfrachten möchte, habe ich diverse Gleitende Durchschnitte (50- und 256-Tage-GD), die bereits überboten wurden, ausgeblendet. Interessant:
Die Fresenius-Aktie befindet sich seit März in einem weiten Aufwärtstrendkanal (rote und grüne Linie). Als noch interessanter betrachte ich den engeren, schwarz gestrichelten Kanal, der die Spitzen nach oben und unten ausblendet.
ABER: Angesichts einer weiter schwächelnden Wall Street (der Dow war heute Nachmittag schon wieder 3,5 % minus...) würde ich diesen Wert ebenso auf die Watchlist legen. „Optimal" wäre übrigens ein Rücksetzer auf eine der im Chart eingezeichneten Linien.
Weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
