Von den Millionären im US-Kongress
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 2. Februar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Hier meine Einschätzung, wie Regierungen wirklich funktionieren: Die Insider werden reicher; die Outsider werden ärmer.
Die New York Times schreibt dazu:
Washington. Als Ed Pastor vor zwei Jahrzehnten das erste Mal in den Kongress gewählt wurde, da war er komfortabel in der Mitteklasse platziert. Mr. Pastor, ein Demokrat aus Arizona, hatte Mitte der 1990er vielleicht 100.000 Dollar Ersparnisse und eine Rente, aber wie viele Amerikaner schuldete er den Banken fast genau soviel an Krediten.
Heute ist Mr. Pastor, Sohn eines Minenarbeiters und einer ehemaligen Highschool-Lehrerin, Mitglied eines nicht-so-exklusiven Clubs: Der Millionäre vom Capitol Hill. Diese Gruppe ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass ihr jetzt fast die Hälfte der Mitglieder des Kongresses angehört - 250 insgesamt -, und die Reichtums-Lücke zwischen den Gesetzgebern und ihren Wählern scheint schnell zu wachsen. Selbst jetzt, wo der Kongress über Arbeitslosenhilfe, mögliche Kürzungen beim Programm der Lebensmittelmarken und eine "Millionärssteuer" debattiert.
Mr. Pastor kauft sich jedes Wochenende ein Lotterielos und sagt, dass er sich selbst nicht als reich bezeichnen würde. In der Tat - in den Hallen des Kongresses, wo der Median des Netto-Vermögens bei 913.000 Dollar liegt und steigt, ist er es nicht. Er ist gerade so ein Millionär. Aber verglichen mit dem Land insgesamt, wo der Median des Netto-Vermögens bei 100.000 Dollar liegt und seit 2004 signifikant gefallen ist, sind er und die meisten seiner Kollegen unter den Kongress-Abgeordneten wirkliche Aristokraten.
Größtenteils abgeschottet vom wirtschaftlichen Abschwung des Landes seit 2008 sind die Mitglieder des Kongresses - viele von denen sind unter den "1 Prozent", denen von den Occupy Wall Street Demonstranten Vorwürfe gemacht werden - reicher geworden, während der größte Teil des Landes in den letzten 6 Jahren ärmer geworden ist. (Laut einer Analyse der New York Times, welche auf Daten basiert, welche vom Center for Responsive Politics ermittelt worden sind.)
Und dann gibt es den "militärisch-industriellen Komplex", der Einfluss auf die Politiker nimmt. Viele der größten Produzenten des Landes sind Waffenhersteller - Lockheed Martin, Raytheon, Northup-Grumman, L3 and KBR. Der Anstieg der Beschäftigtenzahl war größtenteils das Ergebnis von Neueinstellungen in diesem und im staatlichen Sektor. Ich habe schon gesehen, dass über 40% der amerikanischen Industrieproduktion in den Sektor der Zombie-Verteidigungs-Industrie gegangen sind. Unter den profitabelsten Geschäften im Land sind sicher die 2.000 Unternehmen zu finden, welche Geld erhalten für Anti-Terror-Maßnahmen, für "homeland security", militärische Spionage und andere Zeitverschwendungen.
Zum zweiten Teil von: So werden die Insider reich
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Gunther Kümel (02.02. 2012 08:30 Uhr):
"Die Welt wird von anderen Leuten regiert, als es das Volk zu wissen glaubt." - Benjamin Disraeli (1804-1881), zweifacher britischer Premierminister, im Jahre 1844 "Wir werden eine Weltregierung haben, ob wir es wollen oder nicht. Die einzige Frage ist, ob die Weltregierung durch Eroberung oder durch die Zustimmung der Menschen erreicht werden wird." - Paul Moritz Warburg (1868-1932), deutsch-amerikanischer Bankier, Architekt des Federal Reserve Systems "Ich sehe jetzt eine Periode mit politischer und finanzieller Instabilität kommen, hoffentlich gefolgt vom Entstehen einer neuen Weltordnung." - George Soros, geb. 1930, US-amerikanischer Investor ungarischer Herkunft
Antworten- Antwort von Peter Harting (08.02. 2012 00:50 Uhr):
Schön recherchiert, hübsch zusammengestellt. Gehört ins Klassenzimmer einer 12. Klasse als Wandspruch. Aber dort herrschen andere Leute mit anderen Zitaten, Heine, Marx, Brecht und wer sonst die Welt verbessern wollte. Wie anderswo gesagt: Das zweite Tier aus der Apokalypse: Es lügt, während die Bösewichter durchaus die Wahrheit sprechen.
- Antwort von Peter Harting (08.02. 2012 00:50 Uhr):