Von Banken-Stresstests und Muskelspielen

Katja Kram in Insider Daily
vom


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gegenwärtig überschlagen sich die Neuigkeiten. Interessantestes Thema in dieser Woche ist der amerikanische Banken-Stresstest. Eigentlich sollten erste Ergebnisse zum amerikanischen "Banken-Stresstest" erst am Donnerstag veröffentlicht werden - jedoch sind schon heute einige Neuigkeiten diesbezüglich durchgesickert.


Stresstest für Banken und Anleger

Es scheint als sei der Stresstest für Banken gleichzeitig auch ein Stresstest für Anleger. Angesichts der Milliarden, die den Banken vermutlich immer noch fehlen. So meldete die Nachrichtenagentur Reuters in den frühen Morgenstunden, dass man davon ausgehe, dass die Bank of America weiteres Kapital in Höhe von 34 Mrd. US-Dollar benötigt. Zu diesem Ergebnis kam der so genannte Banken-Stresstest, der deutlich machen soll, wie gut amerikanische Banken gegen eine mögliche Verschärfung der wirtschaftlichen Situation gewappnet sind.

Nach dem Durchsickern dieser Informationen ist davon auszugehen, dass so man andere Großbank weiteren Kapitalbedarf hat. Bleibt nur die Frage offen, wie hoch dieser ausfallen wird. Bei der Bank of America ist es mehr als erwartet - vor dem Stresstest war man davon ausgegangen, dass es "nur" 10 Mrd. Dollar seien, die dem Geldinstitut fehlen. Nun könnten es jedoch 34 Mrd. Dollar sein. Und dieses Milliarden-Loch muss schnell gestopft werden.

Kurze "Gnadenfrist" für Kapitalbeschaffung

So bleiben den kapitalbedürftigen Geldinstitut sechs Monate Zeit, sich das benötigte Geld zu besorgen. Geld, das vorzugsweise vom privaten Kapitalmarkt stammen sollte und welches etwa durch den Verkauf von Anteilen beschafft werden könnte. Gelingt dies innerhalb der Gnadenfrist nicht, würde der Staat das Geld bereitstellen. Doch diesen Umstand möchten die Geldinstitute verhindern, da man die Geschäfte im amerikanischen Bankenwesen lieber selbst in der Hand hat, anstatt sich von der Regierung hineinreden zu lassen.

Schaeffler lässt die Muskeln spielen

Dass so eine Übernahme in den wenigsten Fällen einträchtig verläuft, das dürfte allseits bekannt sein. Und wieder einmal werden in den Häusern Conti und Schaeffler die Kräfte gemessen. Wie heute in einem Artikel des "Handelsblatt" zu lesen ist, plant die Schaeffler-Gruppe Continental zu konsolidieren und ihren Verschuldungsgrad auf Kosten des Reifenherstellers aus Niedersachsen bilanziell zu senken.

Schaeffler ist wegen der spektakulären Continental-Übernahme hochverschuldet - dreimal so hoch wie Conti. Von einer Konsolidierung würde Schaeffler profitieren. Denn es würde bedeuten, dass Continental der Schaeffler-Gruppe interne Daten, darunter auch wettbewerbsrelevante Daten, zur Verfügung stellen müsste, um die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften aufstellen zu können. Die Darstellung des Gesamtkonzerns würde den Verschuldungsgrad Schaefflers senken und damit die Position des Wälzlagerherstellers gegenüber seinen Kreditgebern verbessern.

"Katz-und-Maus-Spiel" geht in die Verlängerung

Eine heikle Situation, da die Investorenvereinbarung vom Sommer 2008 vorsieht, dass beide Unternehmen ein gleichberechtigtes Miteinander in unabhängigen Unternehmensgruppen anstreben. Die Pläne von Schaeffler würden die Restrukturierungsmaßnahmen des Reifenherstellers über Bord werfen. Experten sehen die Schaeffler-Pläne als Antwort auf die kürzlich gemachte Ansage Contis, die operative Führung des Gesamtkonzerns übernehmen zu wollen. Und so geht es hin und her. Vermutlich wird und das Muskelspiel der beiden Automobilzulieferer noch eine Weile beschäftigen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Mittwoch.

Ihre

Katja Kram


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