Vom Wohnungseigentümer zum Bettler
Profit Radar
vom 13. Januar 2012, 19:00 Uhr
ENL5454
Doch das Blatt hat sich gedreht. Es gibt erste Anzeichen, dass die Immobilienblase platzt. Dabei haben viele Chinesen auf dem Höhepunkt der Immobilienpreisentwicklung in Shenzhen noch einmal zugegriffen. Sie müssen sich einmal vorstellen: Für eine Wohnung mit 100 Quadratmetern in einer mittleren Lage wurden Preise bezahlt, die beim 45-fachen Jahreseinkommen eines Durchschnittsverdienen lagen.
Sie können sich vorstellen, dass viele Familien nicht nur ihr komplettes Erspartes für eine Immobilien ausgegeben, sondern sich auch bis unter die Decke verschuldet haben. Und jetzt stellen diese Käufer fest, dass ihre Immobilien seit Wochen immer weniger Wert werden. Die Preise sinken - erstmal seit vielen Jahren -, die teuren Kredite müssen sie aber trotzdem abzahlen.
Viele Privatpersonen und Anleger sind auf dem Höhepunkt der Immobilienblase kalt erwischt worden. Sowohl in Peking als auch in Shenzhen ist es zu Demonstrationen. Die Unruhe am Immobilienmarkt, die eigentlich eine gesunde Korrektur auf absurde Blase ist, könnte aber auch der Beginn von sozialen Unruhen.
Denn rückläufige Immobilienpreise wirken sich auch auf die Konjunktur aus. Es dämpft die Bauwirtschaft als wichtigen Konjunkturmotor. Ein Ende des Booms bedeutet aber auch steigende Arbeitslosigkeit. Und Arbeitslose sind nicht gerade die bevorzugte Käuferschicht von Immobilien bzw. können sich die Zahlung von Kreditraten leisten. Die Folge: Die Immobilienpreise fallen weiter.
Gute Kurse wünscht
Volkmar Michler