Vom Dreieck zum Dreieck
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 20. Dezember 2007 18:00 Uhr
ENL5454
Gestern habe ich es nicht mehr rechtzeitig geschafft, einen Text einzustellen, wie gesagt, ich bin in dieser Woche erst ab Mittags voll einsetzbar, obwohl ich natürlich immer einen Blick auf die Kurse habe. Wir sind schon verrückt, wir Trader...
Das alte Dreieck
Wie ich den Lesern vom Target-Trader bereits vorherige Woche Mittwoch mitgeteilt hatte, ergibt sich im Dax eine neue charttechnische Situation, die sich allerdings von dem Dreieck, dass ich Ihnen hier vor einiger Zeit vorgestellt hatte, nur in Nuancen unterscheidet:
Das war das Dreieck, das ich Ihnen vorgestellt hatte. Hier war es zu einem false break (falschen Ausbruch) gekommen, der insoweit leicht bearish zu werten wäre. Allerdings hatte ich darauf hingewiesen, dass erst ein Bruch der Mittellinie, die bei 7800/7700 Punkten liegt, leichte Sorgen aufkommen lassen sollte. Nachhaltig bearisher wäre ein Bruch der unteren aufsteigenden Trendlinie.
Das aufsteigende Dreieck
Allerdings ergibt sich durch den Ausbruch ein neues Bild:
Nimmt man den Ausbruch hinzu, hat sich nun ein aufsteigendes Dreieck gebildet. Aufsteigende Dreiecke sind meistens bullish, das Die Käufer zu immer höheren Kursen bereit sind einzusteigen.
Mit dieser Interpretation kann aber der Ausbruch aus dem oben dargestellten Dreieck nicht mehr als lupenreiner Fehlausbruch gewertet werden. Er verliert damit seinen bearishen Charakter.
Grundsätzlich ändert sich kaum etwas
Doch letzten Endes ändert sich nicht viel: Immer noch ist ein Bruch der unteren aufwärtsgerichteten Linie (rot) bearish zu werten. Anschließend müsste mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet werden. Wobei es bei einem aufsteigenden Dreieck häufiger nach dem Bruch der unteren Linie zu einer Seitwärtsbewegung kommt, als bei einem normalen Dreieck.
Auch etwas geändert hat sich das Ausbruchniveau: Ein Ausbruch wäre dann gegeben, wenn der Dax die 8150er Marke nachhaltig nach oben nimmt. Das wäre gleichzeitig auch der nachhaltige Bruch des Allzeithochs. Und dieses hatte ich schon in der vorherigen Betrachtung als notwendiges Kriterium für einen bullishen Ausbruch genannt.
Die untere Linie der Seitwärtsbewegung muss noch bestätigt werden
Noch existieren zwei Möglichkeiten für eine Seitwärtsbewegung:
- Entweder mit einer Spanne zwischen 7350 und 8150 Punkten oder
- die etwas größere Variante: Zwischen 7050 und 8150 Punkten.
Sollte die Kurse durch die aufsteigende Linie des Dreiecks fallen, muss sich also entscheiden, in welcher Spanne wir uns dann aufhalten. Erst wenn es unter die 7050er Marke fällt, beziehungsweise unter die dann psychologisch wichtige 7000er Marke, muss man sich nachhaltig Sorgen um den Trend machen.
Schwieriges zweites Quartal
Falls Sie mit ihrer persönlichen Performance nicht so zufrieden sein sollten, ist vielleicht in diesem Zusammenhang interessant, dass sich der Dax im Prinzip bereits seit Anfang April in der großen Spanne und in der engen Seitwärtsbewegung seit Anfang Mail aufhält. Tatsächlich konnte man also im zweiten Quartal auf breiter Ebene nicht wirklich einen Blumentopf verdienen. Zumal man eine solche Seitwärtsbewegung erst dann traden kann, wenn die untere Linie bestätigt ist.
Ein kleiner Tipp zu Weihnachten:
Wenn sich die Seitwärtsbewegung weiter manifestieren sollte, gibt es eigentlich nur eine wirklich interessante Alternative: Da Seitwärtsbewegungen in einem Aufwärtstrend in den meisten Fällen Fortsetzungsformationen sind, muss Ihre Anlage also Rendite erzielen, wenn es zu einem Ausbruch nach oben kommt, aber auch dann, wenn es zu einer längeren Seitwärtsbewegung kommt.
Hier bieten sich die klassischen Bonuszertifikate an. Diese laufen bei einem Ausbruch 1 zu 1 mit, erwirtschaften aber auch in einer Seitwärtsbewegung Rendite.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
P.S. Ich bin gespannt, ob der Dax Freitag-Mittag wirklich auf 8000 Punkte gezogen wird.

