Volatilität nimmt stark ab
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 22. Oktober 2008, 08:00 Uhr
ENL5454

Ein Absacken der Volatilität um 26 Prozent an einem Handelstag darf getrost auch als ein Novum in der Geschichte des VDAXnew notiert werden. Wenn man bedenkt, dass die langjährige, durchschnittliche Volatilität allein rund 20 Prozent beträgt, kann man ermessen welche Bedeutung der gestrige Rückgang gerade auch für Derivate hatte. Mit einem Wert von aktuell noch knapp 55 Prozent kann die Schwankungsbreite immer noch als außerordentlich hoch bezeichnet werden. Immerhin, die Verringerung der Schwankungsbandbreite auf 175 Punkten kann wenigstens als ein kleines Signal einer vorläufigen Normalisierung der Lage bezeichnet werden.
Die deutlichen Unterschiede in der Reaktion auf die Quartalsergebnisse von US-Unternehmen halten die Märkte aber weiterhin in Atem. Rutschte der Nasdaq-Future nach Bekanntgabe des Quartalsberichts von Texas Instruments noch stark ins Minus, erfreute er sich gestern Abend, nach dem Bericht von Apple, einem Plus von 2,2 Prozent. Dieses ist heute Morgen auf 0,7 Prozent zusammengeschrumpft.
Eine weiterer Versuch des DAX, den Widerstand bei 4.900 Punkten aus dem Weg zu räumen, scheiterte an der Schwäche der Wall Street und den hohen Abschlägen des bisherigen Zugpferdes VW. Nach unten hin blieb allerdings der Bereich um 4.500 Punkte, die nächstgelegene große Unterstützung, unangetastet. Der Versuch einer Bodenbildung, unterstützt durch den seitwärts laufenden MACD, setzt sich also zunächst fort.
Größere Gewissheit über die Werthaltigkeit der derzeitigen Aktienbewertungen erhalten Anleger am deutschen Aktienmarkt erst durch die Quartalsberichte der Standardwerte-Unternehmen. Daimler eröffnet diesen Reigen am Donnerstag. Da das Unternehmen aber schon einige Sparmaßnahmen ergriffen hat, werden sich die negativen Überraschungen in Grenzen halten. Viel spannender werden hingegen in der nächsten Woche die Statements der bisher beharrlich schweigenden Banken sein.
Konjunkturdaten: EU: Zahlungsbilanz 2. Quartal, Öffentliche Verschuldung und Defizit 2008
Unternehmensbereich: Q3-Zahlen: Amazon, Boeing, Merck, AT&T und Danone
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.459; 4.515; 4.610
Widerstände: 4.835; 4.870; 5.083
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf