Vielzahl an Enttäuschungen
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Oktober 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
In der abgelaufenen Handelswoche erreichte der deutsche Leitindex ein neues Jahreshoch. Zwischenzeitlich kletterte er auf ein Niveau von knapp 5900 Punkten, ehe es zum Wochenschluss hin wieder nach unten ging.
Dennoch erwartet der breite Konsens der Marktbeobachter, dass das deutsche Kursbarometer schon relativ bald die psychologisch wichtige 6000er-Marke erreicht. In den USA erklomm der Dow Jones in der vergangenen Woche die 10000er-Hürde, die er aber am Freitag nicht verteidigen konnte. Der marktbreite S&P500 stieg um 1,5 Prozent auf 1087 Punkte. Am Ende der Woche war der japanische Leitindex mit einem Plus von 4,3 Prozent der Performance-Primus.
Enttäuschende Zahlen von GE
Entgegen des massenmedialen Erholungskonsenses fielen in der Vorwoche doch einige Unternehmenszahlen sehr enttäuschend aus. Als Beispiel sei hier nur der Industriegigant General Electric erwähnt. Die Umsätze im dritten Quartal fielen um ein Fünftel auf unter 40 Milliarden Dollar. Auch beim Auftragseingang sieht es nach wie vor düster. Ein Minus von 18 Prozent spricht Bände. Von einer Trendwende kann keine Rede sein. Im Gegenteil, der Konzern versucht mit einem hartem Sparprogramm gegenzusteuern.
Bank of America mit hohem Verlust
Auch die Quartalszahlen der größten US-Bank, Bank of America, fielen überraschend schwach aus. Es wurde ein Verlust von 2,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. Vor allem bei den Konsumentenkrediten gibt es massive Probleme. Allein im dritten Quartal mussten fast eine Milliarde Dollar abgeschrieben werden. Vor einem Jahr wies die Bank noch einen Gewinn von mehr als 700 Millionen Dollar aus. So viel zum Thema Ende der Finanzkrise".
Drastische Zunahme der Zwangsversteigerungen
Und auch die Krise am US-Immobilienmarkt ist alles andere als ausgestanden. Im dritten Quartal diesen Jahres stieg die Zahl der Versteigerungsanträge um sage und schreibe 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Und auch gegenüber dem Vorquartal betrug das Plus fünf Prozent. Für das Gesamtjahr 2009 werden nun insgesamt ungefähr 3,5 Millionen Zwangsversteigerungen erwartet. Eine Zunahme von mehr als fünfzig Prozent gegenüber 2008 spricht für sich.
Gewinnmitnahmen am Goldmarkt
Last but not least, einige Anmerkungen zum Gold. In der vergangenen Woche kletterte der Goldpreis am Mittwoch auf 1070,4 Dollar, ehe zum Wochenende hin leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Freitag mussten 1053 Dollar bzw. 706 Euro für eine Feinunze bezahlt werden. Laut einer Bloomberg-Umfrage erwarten neun von 16 befragten Goldhändlern für die kommende Woche weitere Gewinnmitnahmen beim Gold.
Vielleicht, ja vielleicht gibt es ja dadurch noch einmal eine sehr schöne Gelegenheit, das gelbe Edelmetall deutlich preiswerter zu ergattern...