Viel Negatives ist bereits eingepreist
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 2. September 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
na also, es geht doch. Kaum liegt der schwächste August seit zehn Jahren hinter uns (damit habe ich übrigens die Börsen und nicht das angebliche Sommerwetter) gemeint, regen sich die Bullen. Es gibt eben doch noch positive konjunkturelle Überraschungen, gestern in Form des besser als erwarteten Index der US-Einkaufsmanager. Dieser deutet darauf, dass die US-Konjunktur weiter wächst und die ängstliche Double Dip"- Diskussion auf tönernen Füßen steht. Dies alleine ist sicherlich nicht der Grund für das gestrige Kursfeuerwerk. Vielmehr ist der gestrige Tag in Verbindung mit den vorhergehenden Kursverlusten zu sehen, die an den internationalen Märkten etwa sieben Prozent betrugen. Für diese gab es keine besonderen gravierenden Nachrichten oder Gründe, wofür auch das traditionell dünne Volumen der Sommermonate spricht. Meiner Meinung nach ist der gestrige feste Tag dem Umstand zu verdanken, dass viele negative Überlegungen in den Kursen eingearbeitet sind, die wir nun vielleicht gar nicht erleben werden.
Grund zu Jubel?
Noch ist es zu früh zum jubeln, obwohl ich wie in den vergangenen Wochen beschrieben keinesfalls besonders negativ gegenüber Aktien eingestellt bin. Aber am morgigen Freitag lauert bereits der sehr wichtige US-Arbeitsmarktbericht. Hätten wir nicht das gestrige Kursfeuerwerk erlebt, würde ich mir wegen des Berichts keine Sorgen machen. Dann würde ich argumentieren, dass das die Anleger so geringe Erwartungen an den Arbeitsmarkt haben, dass die Zahlen am Freitag mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Eindeckungsrallye auslösen werden. Nun haben wir diese aber evtl. schon am Mittwoch gesehen und es wieder etwas mehr Enttäuschungspotential vorhanden. Sehr interessant sind aktuell auch die Zinsmärkte, bzw. die Zinsfutures, wie z.B. der Euro Bund Future. Die Zinsfutures zeigen Chartbilder, die man eigentlich nur als Fahnenstange bezeichnen kann. Seit Jahren sinken die Anleiherenditen immer tiefer in den Keller. Die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken zur Bekämpfung der Krise haben diese Entwicklung noch erheblich verstärkt. Seit Mitte 2008 steigen die Kurse der Anleihen scheinbar ohne Pause. Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen ist vor kurzem unter die Marke von 2 Prozent gefallen. Mitte 2008 hatte sie noch bei rund 4,8 Prozent gelegen. Fünfjährige Bundesanleihen notieren bei knapp unter zwei Prozent und es ist für mich nur eine Frage der Zeit, wann smarte Investoren dort Gelder abziehen und wieder verstärkt in Dividendentitel investieren
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