Viel Hoffnung, wenig Substanz
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 28. September 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Das nennt man eine Hoffnungsrallye - wenig Substanz, viel Hoffnung. So wie die Politik der letzten Wochen und Monate.
Man reibt sich fast die Augen, ein unglaubliches Plus von über 5,3% hat der Dax hingelegt. Die Märkte hoffen auf Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise. Sie merken, wie vorsichtig der Satz formuliert ist. Schon die Hoffnung auf Fortschritte löst Jubel an den Börsen aus.
Die Ausweitung des Rettungsschirms wird positiv aufgenommen, schon melden sich Ökonomen zu Wort, die zwar die Aufstockung für notwendig halten, aber auch „unglaubliche Risiken" sehen. Das hört sich etwa so an, als ob man die Gefahr eines Flächenbrands mit einem Flammenwerfen bekämpft.
"Die EFSF ist gegenwärtig zu klein, um mit den Marktkräften fertig zu werden", sagt Richard Portes, Professor an der London Business School. Als ob die Marktkräfte das Problem sind. Nun werden also die „Marktkräfte" weiter spekulieren, wie die nächsten Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise aussehen.