An der Wall Street ist Dr. Martin Weiss eine Institution. Ein unbequemer Analyst, der kritische Fragen stellt, Missstände aufdeckt und Skandale beim Namen nennt.
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Der deutsche Leitindex verlor gut 4,5 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die deutschen Nebenwerte erwischte es sogar noch heftiger, Tec-Dax bzw. M-Dax gaben um fast acht Prozent nach. Im Vergleich dazu kamen die US-Indizes relativ glimpflich davon. Einzig der technologielastige Nasdaq mußte Einbußen von mehr als fünf Prozent verkraften.
Technische Aspekte
Aus technischer Sicht sollte beim deutschen Leitindex die Unterstützung bei 6000 Punkten halten. Ansonsten droht ein weiterer Ausverkauf in Richtung 5500 Punkte. Mit Blick auf die US-Indizes sei auf den S&P500 hingewiesen. Sollte hier die wichtige Unterstützung bei 1200 nachhaltig unterschritten werden, droht für die Bullen weiteres Ungemach und ein weiterer Zehn-Prozent-Taucher wäre dann nicht unwahrscheinlich.
Einmalige Rettungsaktion
Im Hinblick auf das kurzfristige Treiben ist nicht unmaßgeblich, ob die am Wochenende angekündigte staatliche Rettungsaktion für die angeschlagenen (halbstaatlichen) Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac tatsächlich eine vertrauensbildende Maßnahme ist. Fakt ist, dass die faktische Verstaatlichung der beiden Giganten als ultimativer Rettungsversuch den kompletten Kollaps des US-Immobilienmarkts verhindern soll.
Ende der Erholung?
Sehr spannend ist allerdings die Frage, ob die wahrscheinlich teuerste Rettungsmaßnahme in der US-Finanzgeschichte das Vertrauen der internationalen Investorengemeinde tatsächlich stärkt. Seit dem 15.Juli 2008 konnte sich der US-Dollar-Index in einer fulminanten Aufwärtsbewegung auf von 71 auf knapp 79 erholen. Gleichzeitig haussierten die US-Staatsanleihen. Die Rendite für die richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihe sank am vergangenen Freitag bisweilen auf unglaublich tiefe 3,57 Prozent, ehe sie zu Handelsschluss wieder auf 3,66 Prozent stieg.
Dollar-Abverkauf und Zinsanstieg?
Die Gefahr ist groß, dass diese Notoperation als Zäsur in die Finanzgeschichte eingehen wird mit - weitreichenden Folgen. Zwar hat auch S&P nach der Rettungsaktion das AAA-Rating der USA nicht in Frage gestellt. Aber, am Ende des Tages werden die Investoren - nicht die Rating-Agenturen - darüber entscheiden, ob das Vertrauen in US-Staatsanleihen bzw. US-Dollar so weiter gerechtfertigt oder nicht ist.
Profitiert der Goldmarkt?
Vor diesem Hintergrund wäre es nicht unnatürlich, wenn die Marktteilnehmer den Ernst der Lage begriffen und eine Umschichtung, oder gar Flucht in den ultimativen Hort der Liquidität vornehmen würden. Aktuell pendelt der Preis für eine Feinunze des gelben Edelmetalls um 800 Dollar - trotz eines seltsamen Kurssturzes gegen Ende des freitäglichen US-Handels.
Nach wie vor gilt es, schwache Tage als langfristig-strategische Kaufchance zu erachten.
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