Versicherer mit relativer Stärke
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 25. Juli 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
die Konsolidierung im Finanzdienstleistungsbereich ist mit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts der Citigroup an die französische Credit Mutuel wieder ein Stück vorangekommen. Große Brocken, wie die Dresdner Bank oder die Postbank, warten aber bisher noch auf ihren Käufer. Währenddessen werden neue Baustellen eröffnet: Die spanische Bank Santander will ihre Versicherungssparte an einen potenten Bieter veräußern. Die Zahl der Käufer, vor allem Interessenten aus den USA, ist wegen der Finanzkrise überschaubar. Die aktuelle Phase ist also im Versicherungsbereich für die weniger von der Finanzkrise betroffenen Unternehmen eine große Gelegenheit, ihre internationale Marktposition günstig auszubauen. Obwohl aus zyklischen Gesichtspunkten Versicherungsaktien in der aktuellen Börsenphase für gewöhnlich nicht zu den Favoriten von Investoren gehören, zeichnen sie sich in den vergangenen Tagen durch eine relative Stärke zum Gesamtmarkt aus. Zu erkennen ist das am DAXSector Versicherungen, den die gestrige Abschwungphase weit weniger traf als den DAX.
Welche konkreten Absichten der Käufer hinter den Aktien im Versicherungssektor stecken, lässt sich in diesem Artikel nicht in Kürze klären. Sicher ist aber, dass die Aktie der Allianz durch den Verkauf der Dresdner Bank einen erheblichen Wertzuwachs zu erwarten hätte. Das sich das Unternehmen von der Bank trennen wird, ist so gut wie sicher. Fraglich ist nur noch die Form der Abspaltung. Auch die Münchner Rück könnte für den einen oder anderen internationalen Finanzkonzern auf der aktuellen Bewertungsbasis ein interessantes Investment darstellen. Hierzu wird nicht die Hilfe von Banken benötigt, die finanziellen Mittel lassen sich selbst in der etwas angeschlagenen Finanzbranche ohne Frage rekrutieren.
Die technische Beurteilung fällt aktuell positiv aus. Der Branchen-Index hat nach einem ersten Kaufsignal den sehr kurzfristigen Abwärtstrend bei 354 Punkten überwunden und konnte dies gestern auch bestätigen. Der MACD strebt bereits stark der 0-Achse zu, ein Schnitt würde ein weiteres starkes Kaufsignal indizieren. Im fächerförmigen Abwärtstrend wären dann leicht weitere Kursgewinne von 8 Prozent möglich. Die fallende 200-Tage-Linie bei 380 Punkten wird zunächst aber kaum zu überwinden sein. Ein Überschreiten dieser Marke für eine Doppel-Boden-Formation vollenden und würde ein größere Trendwende bedeuten. Wegen des noch unstabilen Marktumfeldes gehe ich allerdings nicht von einem solchen Szenario aus. Ein kleiner Schritt Richtung Trendwende wäre momentan auch schon beachtenswert.
