Verschieden, aber nicht vergessen – Teil 2 von 2
Mark Skousen in Traders Daily
vom 17. Juli 2007 12:00 Uhr
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Ich möchte meinen gestrigen Nachruf auf Dr. Hans Sennholz fortsetzen.
Genauso wie Ludwig von Mises war auch Sennholz ein Pessimist. In den Siebzigern warnte er, dass Amerika auf einen inflationären Weltuntergang zusteuern würde. Während der inflationären Siebziger debattierte der mit John Exter, einem ehemaligen Geschäftsführer der Citybank über „Inflation oder Deflation“. Während Exter eine massive Deflation vorhersagte, warnte Sennholz vor einer dreistelligen Inflation. Die Vorrausagen beider stellten sich später als falsch heraus und denn sie hatten die Revolutionen auf der Seite des Angebots in der Zeit Reagans und Thatchers nicht vorhergesehen, die den Verstand wieder in die Weltwirtschaft zurückbrachten.
Doch auch zu dieser Zeit dachte Sennholz noch, dass die Reagan-Thatcher Revolution nur temporär sei und er blieb Pessimist. Seine letzte Kolumne, „Money is flooding the world markets“, geschrieben am 19. Mai 2007, stellt fest: „Einige wenige pessimistische Wirtschaftler sind überzeugt, dass eine verheerende wirtschaftlicher Katastrophe vor uns liegt. Sie verweisen normalerweise auf drei Bedrohungen, die einen ernsten Einfluss auf die amerikanische Wirtschaft haben könnten. Zum einen ist da der immer größer werdenden Berg der öffentlichen und privaten Schulden, der auf den Grundlagen von Gier und Übermaß aufbaut.
Es gibt eine Liste von Versprechen gegenüber dem Rentensystem und ein gewaltiges Konstrukt von Regierungsgarantien und Versprechungen im Wert von mehreren Millionen Dollar, die wohl nicht werden gehalten werden können. Es gibt sogar eine Welt der komplexen Derivate, deren Wert von etwas anderem abhängt, wie z.B. Aktien, Anleihen, Futures, Optionen, Kredite oder eben Versprechungen. Sie alle werden, laut dieser Wirtschaftler, der kommenden Katastrophe zum Opfer fallen.
Der Autor dieser Zeilen, der als Ökonom die Politik der Zentralbank schon seit den 1950er Jahren verfolgt hat, stimmt dem im Grunde genommen zu und fühlt Sympathie mit diesen Pessimisten.“ Doch das erstaunliche ist, dass Hans Sennholz trotz dieser negativen Ansichten ein stolzer Investor war, der als reicher Mann gestorben ist. Wie ist das möglich? Er hat immer einen Einbruch am Aktienmarkt vorhergesagt, er war Anleihen gegenüber pessimistisch eingestellt und er hat selten gut abgeschnitten, wenn er Rohstofffutures getradet hat.
Was bleibt dann noch? Überraschenderweise hat er Millionen mit Immobilien in Kleinstädten gemacht. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre kaufte und verkaufte er verschiedene Miethäuser in der Stadt, in der sein College lag, Grove City in Pennsylvania und in verschiedenen, nahgelegenen Orten. Irgendwann ist Hans Sennholz vermutlich der größte Vermieter in Grove City gewesen. Er besaß sogar das Gebäude, in dem seine Beerdigungsfeier abgehalten wurde.
Er verkaufte einen großen Teil seiner Immobilien, als er und seine Frau 1992 im Alter von 70 Jahren die gewagte Aufgabe übernahmen, die „Foundation of Economic Education“ (FEE) wiederaufleben zu lassen. FEE war der erste Think Tank des freien Marktes, gegründet von Leonard Read 1946 in Irvington-on-Hudson, New York. Nachdem Read 1983 gestorben war, hatte die FEE finanziell zu kämpfen und sie hat an Einfluss verloren. Sennholz kam hinzu und innerhalb von fünf Jahren war das Schiff wieder auf dem richtigen Kurs. Er feuerte Leute und kürzte den Haushalt und korrigierte so den Kurs. 1996 feierte die FEE ihren 50. Jahrestag mit Margaret Thatcher als Hauptrednerin.
Innerhalb seiner Zeit als Präsident des FEE lernte ich Hans Sennholz persönlich kennen. Er hat mich regelmäßig eingeladen, um bei der monatlichen Vortragsreihe des FEE zu sprechen. Ich habe alle meine Abonnenten eingeladen, auch zu kommen und so gab es immer große Massen am Hauptsitz der FEE. Zu Beginn einer Rede wandte ich mich an Hans Sennholz und bat ihn, meinen Abonnenten alles über den FEE zu erzählen.
Mit diesem unverwechselbaren deutschen Akzent sprach er eloquent 10 bis 15 Minuten lang und überzeugte die Zuhörer, für einen guten Zweck zu spenden. Später bat er mich, für „The Freeman“ zu schreiben. Er hat auch durch die FEE mein Buch „Economics of Pure Gold Standard“ veröffentlichen lassen. Ich bin mir sicher, dass meine Präsidentschaft bei der FEE zwischen 2001 und 2002 die direkte Folge von Hans Sennholz standhafter Unterstützung war.
Ich hatte das Privileg daran beteiligt zu sein, eine Sammlung von Aufsätzen zu Ehren von Hans Sennholz zu verfassen, als er im Alter von 70 Jahren als Vollzeitdozent ausgeschieden ist. Der Titel ist „A Man of Principle”. Mein Lieblingsbuch von Hans Sennholz heißt “The Politics of Unemployment” (Die Politik der Arbeitslosigkeit).
Douglas McArthur pflegte zu sagen: “Alte Soldaten sterben nicht, sie welken dahin.” Hans Sennholz ist vielleicht dahingewelkt, aber er wird niemals vergessen werden.