Vermögensschutz – Stop Loss 2.0
Markus Miller in Kapital & Steuern Global zum Thema Kapitalschutz
vom 18. November 2008, 16:00 Uhr
Eines meiner Spezialgebiete ist ja bekanntlich der Bereich des Risikomanagements und des Vermögensschutzes. Die Chancen in unserer Globalisierten Welt werden immer mehr, aber die Risiken natürlich auch. Wir neigen in manchen Zeiten leider dazu, vor diesen Gefahren die Augen zu verschließen. In der Momentanen Zeit der totalen Krisen hingegen neigen wir dazu, soviel in eine scheinbare "Sicherheit" zu investieren, dass dadurch ebenfalls schon wieder ein Risiko entsteh. Kein Risiko einzugehen, ist langfristig nämlich das höchste Risiko. Ich glaube dass wir an den Börsen noch tiefere Kurse sehen werden. Allerdings genau zu den Tiefstkursen zu investieren wird wohl unmöglich sein.
Tranchieren Sie Ihr Vermögen
Ich werde derzeit auch sehr oft gefragt ob und wo man jetzt in die Aktienmärkte einsteigen kann. Ich glaube wie gesagt, wir werden weiter noch schwächere Kurse sehen, aber dennoch sind in bestimmten Branchen die Bewertungsniveaus sehr attraktiv. Ich rate Ihnen dennoch erstens noch abzuwarten und wenn Sie dann beispielsweise in Daimler einen Betrag von 20.000 Euro investieren möchten, dann tranchieren Sie diesen, wie bei einem Sparplan. Mir ist bewusst, natürlich haben Sie bis zum 31.12.2008 natürlich noch den Vorteil, dass Sie die Altbestandsregelung nutzen können und somit Ihre Kursgewinne in Zukunft steuerfrei haben. Ebenso kann es natürlich sein, dass die derzeitigen Kurse bereits die Tiefstkurse sind, Ihr Gewinn somit weit höher wäre, aber dass wird erst die Zukunft zeigen. Mit tranchieren meine ich folgendes: Verteilen Sie Ihre Käufe über die nächsten Monate. Also einen Cost Average Effekt auch für Aktien Einzelpositionen.
Der Durchschnittskosten Effekt
Da niemand weiß, wie sich die Kapitalmärkte in Zukunft entwickeln werden, bedeuten Einmalzahlungen in schwankungsintensive Anlagen ein Risiko welches sich relativ einfach zumindest reduzieren lässt.
Durch eine Streuung Ihrer Kauftranchen können Sie das Einstiegsrisiko reduzieren und den Cost-Average-Effekt nutzen. So können Sie die 20.000 Euro beispielsweise auf 10 Monate verteilen und Sie kaufen jeden Monat für 2.000 Euro Daimler Aktien. Auch die Kostenbelastung ist bei Umsetzung dieser Strategie beispielsweise bei einem Discountbroker absolut vertretbar. So wird auch bereits vorhandenen größeren Anlagesummen der Cost-Average oder Durchschnittskosten Effekt genutzt und Ihre angestrebte Aktienquote langsam in mehreren Schritten erreicht.
Diese Tranchierung von zur Verfügung stehenden Vermögenswerten ist aus meiner Sicht also eine interessante Strategie Risikoadjustiert in die Aktienmärkte zu investieren. Genauso wichtig - und das vernachlässigen viele Anleger leider - sind allerdings gerade Stop-Kurse für Ihre bestehenden Aktienengagements. Gerade dann natürlich, wenn Sie Ihr Kapital auf einmal Investieren in bestimmte Aktienwerte. Die bekannteste "Kursverlustbegrenzungsmöglichkeit" ist dabei die Stop Loss Order, welche Sie bei Ihrer Bank oder Ihrem Discountbroker direkt im System platzieren können. Sie kaufen Also Daimler beispielsweise zu 23 Euro und platzieren gleichzeitig eine Stop Loss Verkaufsorder zu 19 Euro. Solange Daimler nur leicht fällt oder steigt passiert gar nicht und Sie partizipieren an der Kurssteigerung. Sobald allerdings Daimler die 20 Euro erreicht oder unterschreitet, werden Ihre Daimler Aktien bestens zum nächsten handelbaren Börsenkurs ausgeführt.
Risiko Keine Akiten zu haben wenn diese Steigen - Stop Buy Order
Keine Aktien (Sachwerte) zu haben kann auch ein Risiko sein, dass habe ich Ihnen ja bereits gesagt. Das ist dann ein Risiko vor allem, wenn Aktien - wieder - steigen. Das werden die Aktienmärkte eines Tages auch tun, da aus meiner Sicht die Situation zwar dramatisch ist derzeit, die Welt aber nicht untergehen wird. Sie können dann bei Charttechnischen Kaufsignalen (beispielsweise das durchbrechen eines Abwärtstrendkanals nach oben bei einer Aktie) eine sogenannte Stop Buy Order bei Ihrer Bank eingeben. Solange die Märkte oder die entsprechende Aktie weiter fällt passiert nichts, erst wenn die Aktie den Widerstand bricht und somit wieder steigt kaufen Sie. Beim Stop Buy wird beim erreichen oder überschreiten eines von Ihnen festgelegten Aktienkurses (Limit) also Ihr Kaufauftrag zum nächsten handelbaren Börsenkurs billigst ausgeführt. Auch hier wie beim Stop Loss unabhängig davon, ob dieser aktuelle Kurs über oder unter dem von Ihnen festgesetzten Kurs liegt.
Diese beiden schon lange etablierten Orderarten sind weitestgehend bekannt aus meiner Erfahrung, werden aber dennoch viel zu wenig eingesetzt. Im nächsten Beitrag möchte ich Ihnen zwei interessante zusätzliche Orderarten vorstellen, die aus meiner Sicht noch viel zu wenig bekannt sind, geschweige denn von Anlegern aktiv eingesetzt werden. Die Trailing-Stop-Loss und One Cancel the Other Orders.
Ihr
Markus Miller
... das Steuern ist wichtiger als die Steuern!