Verluste sind ein Teil des Tradings
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 19. August 2010, 08:30 Uhr
die amerikanischen Indizes schlossen nach einem Wechselbad der Gefühle leicht im Plus. Nach schwachem Start zogen die Indizes kräftig an, konnten aber nicht bis zum Ende hin weiter Gas geben. Nachdem schon Wal Mart am Vortag gute Zahlen vorlegte, gelang dies gestern auch dem Konkurrenten Target, dem Billigmarkt-Imperium. Damit konnte dem gegenwärtigen Konjunkturpessimismus etwas entgegengestellt werden und die Marktteilnehmer kamen wieder etwas mehr in Kauflaune.
Meine Laune könnte derzeit ebenfalls etwas besser sein. Erstens nervt das Wetter ungemein. Die armen Kinder! Was sind das nur für Sommerferien! Dieses Problem soll sich aber glücklicherweise ab morgen erst einmal erledigt haben. Zum anderen läuft es in dieser Woche bislang alles andere als gut. Es gilt jetzt Ruhe zu bewahren und strikt an den normalen Abläufen festzuhalten. Nur nicht nervös machen lassen und die Strategie wegen eine paar Misserfolgen gleich in Frage stellen. Never change a winning team! Diese Phasen gehören einfach dazu! Kann man nicht damit umgehen, so ist man kein Trader, denn Verluste sind nun einmal Teil des Trading-Geschäfts.
Entscheidend für die heutige Marktstimmung wird sein, wie die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und der Philadelphia Fed Index ausfallen. Gerade durch die Zahlen vom Arbeitsmarkt, die seit Wochen regelmäßig enttäuschen, könnte der Konjunkturpessimismus auch heute weggeblasen werden. Die bullisch eingestellten Marktteilnehmer würden sich daher über eine positive Überraschung bzw. eine Abnahme bei den Anträgen freuen. Zum Ende der Berichtssaison warten heute noch einmal zwei Computergrößen mit ihren Zahlen auf. Da diese aber erst nach Börsenende ihre Zahlen auf den Tisch legen werden, wird dies, wenn überhaupt, erst morgen die Märkte bewegen.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,32% |
| Dow Jones: | +0,09% |
| S&P 500: | +0,15% |
| Nasdaq: | +0,29% |
| EUR/USD: | -0,45% |
| Gold: | +0,28% |
| Silber: | -1,02% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,78% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): ein enges Korsett
Der Dax ist in einem engen Korsett gefangen. Nur zwischen 6.215 und 6.160/55 Punkten darf sich der deutsche Leitindex frei bewegen, und das schon seit Dienstag-Vormittag. Eigentlich bietet eine Trading-Range, die lange aufrechterhalten wird, gute Ein- und Ausstiegs-Möglichkeiten, doch die Frage wird sein, wie lange das Korsett noch hält. Doch auch für den Fall das der Hüftgürtel gesprengt wird, gibt es passende Antworten. Dann wird einfach in Richtung des Ausbruchs getradet.
Gestern war die Chartsituation noch nicht so eindeutig. Ich versteifte mich bei meinen Trading-Ideen zu sehr auf die 6.200er-Marke, was mir dann auch einen Verlusttrade einbrachte. Jetzt ist klar, dass die Trading-Range bei 6.215 Zählern endet. Entsprechend muss dieser Kurs-Bereich überwunden werden, bevor ich long einsteige. Kommt es zum Ausbruch visiere ich den so wichtigen Kurs-Bereich bei 6.250 Punkten an. Sofern dieser geknackt werden kann, sind die Bullen wieder klar die Nummer 1, und das nicht nur für diesen Handelstag. Scheitert der Dax aber an dieser Hürde, oder aber schon vorher bei 6.215 Punkten, gehe ich short. Dann bleibt es vorerst bei der Pattsituation zwischen Bulle und Bär.
Zwischen der Ober- und Unterseite der Trading-Range lasse ich zwar eingegangene Trades möglichst lange laufen, gehe aber nach deren Ende keine Neu-Engagements ein. Erst an der Unterseite der Range bei 6.160/55 Punkten lege ich mich auf die Lauer, um long zu gehen, wenn hier die Bullen erneut zum Leben erwachen. Ist hier jedoch kein Lebenszeichen von den Huftieren festzustellen, gehe ich aber erst short, wenn es unter 6.150 Punkte geht. Bereits bei 6.127 Punkten könnte dann schon die Befreiung der Bären ihr Ende finden. Eine enge Stopp-Setzung ist daher vonnöten - das Gewinnpotenzial muss größer sein als das Verlustpotenzial! Wenn aber die Trading-Range nach unten verlassen wird, dann sollte es noch tiefer gehen, denn die Eröffnungslücke vom Dienstag schreit danach geschlossen zu werden. Ein Antesten der 6.100er-Make ist daher bei diesem Szenario die wahrscheinlichere Variante.
Gestriges Ergebnis: Verlust 7 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Wird das Korsett gesprengt?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
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