Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 30. August 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Ich habe heute ein interessantes Interview mit John Bollinger gelesen. Sie kennen ihn sicherlich, den Erfinder der "Bollinger Bands", ein mittlerweile sehr verbreiteter und beliebter Indikator der technischen Analyse. Ich lese solche Interviews und Biographien von den bekannten Tradern immer wieder gerne, vielleicht in der stillen Hoffnung, noch die ein oder andere Idee, den ein oder anderen Kniff mitzubekommen. Meistens werde ich enttäuscht. Eigentlich schreiben, beziehungsweise erzählen, alle ungefähr das gleiche. Auf einen Nenner gebracht: "Im Prinzip ist es egal welches Tradingkonzept Sie verfolgen, Erfolg haben Sie nur, wenn sie ein konsequentes Geldmanagement gerade in Bezug auf die Einhaltung eines guten Gewinn/Verlust Verhältnisses verfolgen." Immer wieder hört man dann, so auch heute von John Bollinger, die bekannten Allgemeinplätze. Fairerweise muss ich dazu schreiben, Bollinger betitelte sie selbst als solche: "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen." Das hört sich genauso einfach an, wie die in manchen Ohren schon fast ironische klingende Weisheit: "Kaufe unten und verkaufe oben". Ich denke wollen tun wir das alle. Aber es steckt natürlich auch viel Wahrheit dahinter. Viele machen sich Gedanken um die richtigen Einstiegskurse, die richtigen Aktien und das Kursziel. Dabei sollte meines Erachtens ein Aktientrade mit dem richtigen platzieren des Stopp Loss Kurses beginnen, also dem worst case Szenario. Erst wenn man seinen möglichen Verlust beziffert hat, und er in einem Bereich liegt, den man akzeptieren kann, sollte man sich überlegen, ob dieser Verlust in einem guten Verhältnis zum möglichen Gewinn steht. Verluste begrenzen ... darum geht's. Vielleicht werden sie mir nicht glauben, aber die Platzierung des Stopp Kurses ist die höchste Kunst des Aktienhandels. Setzen sie zu dichte Stopps, werden sie zu oft ausgestoppt, liegt ihr Stopp zu weit vom Kaufkurs entfernt, machen sie eventuell zu große Verluste. Große Verluste müssen aber mit noch größeren Gewinnen wieder bereinigt werden. Leider gibt es keine allgemeingültigen Regeln geeignete Stopp Marken zu finden, es hängt zu sehr von zu viele Faktoren ab (Marktumfeld, Volatilität der Aktie, Widerstandslinie, Anlagehorizont etc.)
Schauen Sie sich z.B. die Microcaps Strategie von Otmar Weber, Herausgeber von Microcap Trader und Cutting Edge (www.microcap-trader.de) an:
"Der Erfolg unseres MicroCap -Tradingkonzepts beruht auf Disziplin bei der Begrenzung des Kursrisikos und konsequenten Ausstieg, wenn sich die erhoffe Kursentwicklung nicht einstellt." Otmar Weber
Selbst bei so gewinnversprechenden Aktien wie die MicroCaps, die einer sorgfältigen Analyse und einem gründlichen Research unterliegen, ist der richtige Ausstieg das entscheidende Instrument für einen nachhaltigen Erfolg.