„Verlieben“ Sie sich nie in eine Aktie oder deren Gewinnpotentia
Profit Radar
vom 5. Oktober 2010, 19:00 Uhr
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Dabei gibt es zwei Gründe, warum Anleger alte Aktien nicht verkaufen, oder nicht verkaufen wollen, obwohl die Aktie unter den Stopkurs fällt. Nein, eigentlich sind es sogar drei Gründe. Zwei Gründe sind psychologischer Natur und der dritte Grund kommt aus dem Bereich der Anlagephilosophie.
Der erste Grund ist, dass sich Anleger in ein Unternehmen und dessen Geschäftsmodel „verlieben". Sie verlieben sich in die Story. Dadurch sind sie emotional so involviert, dass sie keine rationalen Entscheidungen mehr treffen. Diese Anleger gewichten solche Aktien oft viel zu hoch in ihren Depots oder kaufen immer weiter nach, anstatt auf Stopkurse zu achten.
Aber wie Sie wissen, sind Emotionen immer tödlich an der Börse. Der einzig nützliche Einsatz von Emotionen an den Kapitalmärkten: Das antizyklische Ausnutzen Marktpsychologie der Masse der Anleger zu seinem Vorteil (kaufen wenn alle verkaufen und verkaufen wenn alle kaufen). Ansonsten sind Emotionen immer der natürliche Feind des Börsianers.
Der zweite Grund ist, dass sich Anleger in das Kurspotential verlieben. Das gilt besonders für die seltenen „Tenbagger", die 1.000%-Aktien. Die Aussicht auf derartige Gewinne macht die Anleger blind für jegliches Risikomanagement. So werden einfach Stopkurse missachtet, weil man sich ja nicht dieses unglaubliche Kurspotential entgehen lassen will.
Diese zweite „Liebe" ist etwas besser als der erste Fall. Denn in diesem zweiten Fall ist man zumindest nicht auf die Story eines einzelnen Unternehmens fixiert, sondern „nur" auf der Gewinnpotential. Welcher Wert dieses Potential bietet, ist diesen Anlegern eigentlich egal. Trotzdem bergen beide Anlageverhalten vermeidbares Verlustpotential. Im nächsten Profit Radar gehe ich darauf noch mal abschließend ein.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hauptlin (06.10. 2010 08:46 Uhr):
Sehr geehrter Herr Wilhelmi Ich finde Ihre Beiträge allgemein sehr logisch und auf den Punkt gebracht. Zu den in diesem Artikel erwähnten Stopkursen und ganz allgemein die Frage: "Wenn eine Aktie weiterhin das erwartete Kurspotential aufweist, die konjunkturelle Situation aber eine hohe Volatilität aufweist "Konjunkturängste" etc., dann kann eine Anlage ja ebenfalls durch den Stopkurs fallen und Tage später bei positiven Wirtschaftsmeldungen hätte sie wieder ein Niveau über dem Stopkurs erreicht. Sind solche wirtschaftlichen Risiken in Ihren Stopkursen mitberücksichtigt, indem diese tiefer angesetzt werden? Für Ihre Info wäre ich Ihnen sehr dankbar Mit freundlichen Grüssen Fritz Hauptlin
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