Verkaufspanik und Angst an den Börsen
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 5. August 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Um die aktuelle Verkaufspanik und Angst an den Börsen zu verstehen, brauchen Sie sich nur einen Namen zu merken: Jose Manuel Barroso.
Nachdem die Chefs der Euro-Länder auf einem Sondergipfel vor zwei Wochen mühsam ein „ultimatives Hilfsprogramm" für die hoch verschuldeten angeschlagenen EU-Länder verabschiedet haben, stellt sich der EU-Kommissionschef Barroso vor die Medien und sagte: „ Meine Damen und Herren, wir brauchten ein glaubwürdiges Rettungspaket für den Euro und wir haben ein glaubwürdiges Paket."
Kaum zwei Wochen später schätzt der EU-Politiker die Lage jetzt ganz anders ein: Plötzlich bezeichnet er das von allen Länderchefs verabschiedete Hilfspaket als „unzulänglich und lückenhaft". Wer so redet, braucht sich über den massiven Verlust an Glaubwürdigkeit nicht zu wundern. Die Reaktion der Aktienmärkte ist zwar nichts anderes als Panik und Angst, zeigt aber letztendlich, wie viel die Marktteilnehmer von der Kompetenz der Politiker halten - herzlich wenig.
Gerade eben ist noch Erleichterung in letzter Minute aufgekommen über die US-Schuldenkompromiss, stellt sich so eine Figur wie Barroso hin und nimmt den Anleger auch wirklich das letzte Vertrauen. Der entscheidende Punkt ist aber: Betroffen ist vor allem die volkswirtschaftliche Perspektive. Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene gibt es bei den Taipan-Werten, die wir beobachten und im Depot haben weitestgehend keine Probleme. Im Gegenteil: Eine ganze Reihe von Taipan-Unternehmen haben sogar hervorragende Geschäftszahlen vorgelegt.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen (siehe unten), spielt das in der aktuellen Verkaufspanik keine Rolle. Ergebnis ist: Etliche Taipan-Aktien haben unsere Stops, einige Verluste, zum Glück aber ordentliche Kursgewinne.
Sämtliche Aktien, die jetzt ausgestoppt worden sind, behalten wir auf der Watchlist. Je nach Chartsituation werden wir Sie kurzfristig über einen Neueinstieg informieren. Mit dieser Strategie der konsequenten Absicherung von bereits entstandenen Gewinnen und der Vermeidung von hohen Verlusten sind den 16 Jahren, die es Taipan mittlerweile gibt, sehr gut gefahren. Auf diese Weise konnten wir die Krisen der letzten Jahre nicht nur gut überstehen, sondern auch gezielt als Kaufchance nutzen.
Denn die Geschäftsmodelle zahlreicher Taipan-Aktien haben mit dem aktuellen „transatlantische Schuldendesaster" (Financial Times) überhaupt nichts zu tun. Auch wenn Notenbanker und Politiker sowohl in der EU als auch in den USA ein erbärmliches Bild abgeben und nicht in der Lage sind, das dringend notwendige Vertrauen herzustellen, werden die Menschen aufgrund der Krise nicht aufhören, bestimmte Medizintechnik in Anspruch zu nehmen (global aufgestellter Marktführer aus Deutschland), ihre Äcker zu düngen und zu schützen (Umwelt-Agar-Aktie), zu telefonieren (US-Telefon-Aktien), soziale Netzwerke zu nutzen (Asien) oder im Internet zu surfen (Russland) und ihr Haus umweltgerecht zu isolieren (erneuerbare Energien).
Gerade am Beispiel einer Taipan-Aktie aus dem Bereich erneuerbare Energien können Sie erkennen, wie unsere Strategie funktioniert: Die Umwelt-Aktie ist nach unserer Empfehlung stark gestiegen, so dass wir unseren Stop zur Gewinnabsicherung im wöchentlichen konsequent nach oben angepasst haben. Schließlich hat unser Stop bei knapp 25 € gezogen. Auch wenn unterm Strich nur ein bescheidenes Plus geblieben ist (plus üppigen Dividendenrendite von über 5%), notiert die Umwelt-Aktie mittlerweile bei 19 €. Durch eine „buy-and-hold"-Strategie wären Sie ins Minus gerutscht.