Verkaufsdruck bleibt hoch
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 14. Oktober 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Die Aktien sind zum Ende letzter Woche deutlich angezogen. Aber irgendetwas hat gefehlt: Umsätze. Bis jetzt waren diese dünn – nicht ausreichend genug, um einen neuen Aufwärtstrend nachhaltig zu unterstützen. Die Insider kaufen, so ein Report. Aber die meisten Investoren warten einfach ab.
Sowohl bei Rallyes als auch bei fallenden Kursen. Sie nehmen das "Kaufen und Liegenlassen" so ernst, dass sie immobil und paralysiert geworden sind – nicht durch Angst, sondern durch einen Mangel an Vorstellungskraft. Nicht dass ich wüsste, in welche Richtung die Aktien gehen werden. Aber ein Investor, der 1999 gekauft hat, weil er dachte, dass die Kurse in den Himmel steigen werden, könnte jetzt doch zu dem Schluss kommen, dass sie Richtung Hölle gehen. Seine Vorstellungskraft scheint nicht zu funktionieren – gerade dann, wenn er sie besonders braucht.
Deshalb stiegen die Kurse weder stark, noch brachen sie ein. Sie fielen Schritt für Schritt.
Paul Desmond von Lowry Reports beobachtet Kauf- und Verkaufs-"Druck" im Markt. "Derzeit ist der Kauf-Enthusiasmus der privaten Investoren auf seinem niedrigsten Niveau, und der Verkaufswunsch ist auf dem höchsten Level seit Juni 1962", so Desmond. "Um das zu ändern, brauchen wir eine Periode von intensiven Verkäufen – wahrscheinlich vier oder fünf "90 % downside" Tage – bevor wir einen signifikanten Boden sehen werden."
Ein solcher "90 % downside" Tag ist einer, wenn 9 von 10 Investoren am gleichen Tag ihre Aktien verkaufen wollen. Das war dieses Jahr nur einmal – am 3. September – der Fall, als der Dow Jones um 355 Punkte fiel. Ich zweifle daran, dass dies der letzte "90 % downside" Tag gewesen ist.