Verkauf von Senatssitzen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Dezember 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Der arme Rod Blagojevich. Den Wählern gefällt es, wenn sie einen Politiker erleben, der überzeugt ist, aber sie sind kurz angebunden, wenn ein Politiker überführt wird. Der Gouverneur aus Illinois wird beschuldigt, versucht zu haben, den Senatssitz, den Obama frei gemacht hat, an den Höchstbietenden zu versteigern. Es drang an die Öffentlichkeit und die Bundesbeamten haben ihn erwischt. Sie glauben, dass sie einen echten Schurken in die Finger bekommen haben.
Aber was ist Blagojevichs Verbrechen? Warum soll der Platz nicht an den Höchstbietenden gehen? Die Leute sind von der Vorstellung entsetzt. Die Presse will ihn lynchen. Aber der Gouverneur hat das Recht, einen Senatssitz zu besetzen... er muss sich doch auf einige Kriterien stützen, oder? Der Marktprozess funktioniert im Bereich der Kunst und beim Whiskeyverkauf gut, warum also nicht auch für einen amerikanischen Senator?
Sie denken jetzt vermutlich, dass ich Witze mache, nicht wahr, liebe Leser? Aber ich würde nie Witze über etwas so ernstes wie Whiskey machen. Bourbon geht dorthin, wo er hingehen sollte, dank des guten alten Systems. Niemand beklagt sich deswegen. Das Whiskeyangebot ist beschränkt; der Markt teilt ihn dem Höchstbietenden zu.
Auch die Plätze im Senat sind beschränkt. Warum soll man sie nicht auf die gleiche Weise zuweisen?
Das Problem ist, dass der Verkauf von Senatssitzen es so wirken lässt, als sei das Spiel auf ungerechte Weise manipuliert. Die Leute werden dabei nicht mitspielen. Sie wollen natürlich, dass das Spiel manipuliert ist, aber auf die altmodische Weise. Sie glauben, dass der Sitz im Senat an den gehen sollte, auf dessen Stimme sich die Demokraten verlassen können. Oder vielleicht an jemanden, der ihnen dabei helfen wird, an Geld zu kommen.
Vielleicht auch an einen, der der Masse gefällt, der mithilft, die Wahl zu gewinnen... damit sie dann mehr von dem Geld der Steuerzahler abschöpfen können. Wenn sie einmal an der Macht sind, dann werden sie das natürlich für sich ausnutzen. Das würde ich auch tun, wenn ich dazu die Möglichkeit hätte. Sie werden ihren Freunden Stellen verschaffen, Verträge und Rettungspläne... und Milliarden ausgeben, für ihre liebsten Schnapsideen darüber, wie man die Welt verbessern könnte.
Und in Illinois sind sie einfach ein bisschen ehrlicher, wenn es um Korruption geht.
Und hier ist eine Geschichte, die illustriert, wie das funktioniert:
Ein ehrgeiziger junger Mann aus Chicago reiste einst nach New York um dort ein örtliches Ratsmitglied zu treffen. Er war überrascht, dass das Büro des Mannes mit Originalwerken von Picasso und Rembrandt geschmückt war... und mit echten Möbeln von Ludwig XV.
Wie können Sie sich diesen Luxus vom Gehalt eines Stadtratsmitglieds leisten?", wollte der Junge aus Chicago wissen.
Blicken Sie einmal aus dem Fenster", sagte der New Yorker. Sehen Sie diese Brücke? Zehn Prozent...", erklärte er, und zwinkerte dem jungen Mann zu.
Jahre später besuchte der New Yorker den Mann aus Chicago. Diesmal war er es, der überrascht war. Der Politiker aus Chicago trug einen edlen italienischen Anzug... eine Uhr von Philippe Patek... und sein Büro war in Eiche vertäfelt... mit berühmten Bildern von Manet und Cezanne.
Wow, wie haben Sie das geschafft?", fragte der Mann aus Manhattan.
Gucken Sie mal aus dem Fenster", antwortete der Mann aus der windigen Stadt. Sehen Sie die Brücke?"
Welche Brücke? Ich sehe keine Brücke."
"Ja... 100%", sagte der Mann aus Chicago.
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