Verhandlungen stecken erneut fest
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 6. Februar 2012, 08:30 Uhr
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in den letzten Wochen hieß es immer wieder, eine Einigung in Griechenland stehe kurz bevor. Dazu gehören allerdings immer alle Beteiligten. Nachdem es erst Probleme diesbezüglich mit den Gläubigern (Banken, Hedgefonds, Pensionsfonds – auch griechische, etc.) gab, mauern jetzt die Griechen selbst. Die Euro-Gruppe verlangt von Griechenland einen neuen Sparkurs bis Montagmittag. Darin müssen Details zu den umstrittenen Punkten der privaten Mindestlöhne und der Bankenrekapitalisierung vereinbart werden. Für alle drei griechischen Koalitions-Parteien sind zusätzliche Sparprogramme aber inakzeptabel.
Nun droht die EU in die Defensive zu geraten, denn Griechenland hat nicht mehr viel zu verlieren. 81% des nächsten Bailouts würden direkt wieder zum Schuldendienst an die Banken verwendet, knapp die Hälfte des gesamten Geldes geht wieder nach Europa zurück. Nur 19% der nächsten Tranche würden direkt in das griechische Haushaltsdefizit gehen – wie schon bei allen vorherigen Tranchen auch. Im Übrigen würde ein freiwilliger Schuldenschnitt unter anderem auch die griechischen Pensionsfonds hart treffen. Sie wären im Fall eines Verzichts in Höhe von 70% der Forderungen kaum in der Lage, die fälligen Renten in den kommenden Jahren auszuzahlen.
Gibt es in den nächsten Tagen keine wie auch immer geartete Einigung, dann gibt es auch keine nächste Hilfstranche für das Land. Die Bedienung der am 20.03.2012 fälligen Staatsanleihen wird dann nicht mehr erfolgen. Dann muss entweder die Europäische Zentralbank (und über Target 2 dann hauptsächlich die Deutsche Bundesbank) zahlen. Oder die CDS-Versicherungen werden fällig. Und damit stecken dann vor allem diejenigen Banken in der Klemme, die diese Versicherungen geschrieben haben (dem Vernehmen nach wohl vor allem amerikanische und französische Institute, aber auch einige deutsche). Wer wie viel beim wem versichert hat, ist dabei noch unklar. Auf jeden Fall wird es einen großen Knall geben und wir haben wieder ganz plötzlich erheblichen „Rettungsbedarf“ im Bankensektor.
Nicht, dass das dann schon alles gewesen wäre. Mit Portugal steht der nächste Schuldenschnitt-Kandidat auch schon in der Schlange. Dazu demnächst mehr. Unterdessen ergötzen sich die Börsen an nachlaufenden US-Arbeitsmarktdaten und einem optimistischeren ISM-Dienstleistungsindex, der unter rückläufigen Absätzen zustande kam. Schöne neue Welt. Alles ist gut.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (06.02. 2012 10:02 Uhr):
Die Lösung dürfte doch klar sein: Die EZB wird auf den Gelddruck-Druckknopf drücken, und alle Probleme werden "gelöst" wie immer - erst einmal.
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