Verhaltener Börsenstart: Smartrac und Krones im Fokus
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 15. März 2010, 14:30 Uhr
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an den deutschen Börsen ist zum Wochenstart ein uneinheitliches Bild auszumachen. Während der DAX mit einem Abschlag von 0,1 Prozent bei 5.934 Punkten leichter startete, konnten die Technologierwerte etwas zulegen. Der TecDAX konnte mit einem Plus von 0,2 Prozent in die neue Handelswoche starten. Gestützt wird der Index dabei von den Solartiteln, nachdem bekannt wurde, dass die geplanten Kürzungen der staatlichen Förderung neuer Sonnenenergie-Anlagen auf Freiflächen nun doch erst von Oktober an wirksam werden sollen und nicht bereits im Juli.
Die durchwachsenen Vorgaben von den Börsen Asiens und den USA dürften uns indes keinen Rückenwind geben. Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite ist mager. Außer aus der zweiten Börsenreihe gibt es heute Zahlen zu vermelden. Hier dürften vor allem die Aktien von Smartrac und Krones im Fokus der Anleger stehen.
Smartrac: Ergebniseinbruch um 63 Prozent
Der im deutschen TecDAX gelistete niederländische Spezialist für Funktechnik Smartrac konnte seinen Umsatz im zurückliegenden Jahr weiter steigern. Die Erlöse verbesserten sich von 112,3 Mio. Euro im Vorjahr um 14 Prozent auf 127,9 Mio. Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Damit wurde die eigene Prognose (125 bis 130 Mio. Euro) erreicht.
Das Ergebnis wurde durch einmalige Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 3,9 Mio. Euro und die stark schwankende Auslastung des weltweiten Produktionsnetzwerkes belastet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich um ein Viertel von 21,0 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 15,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2009. Der Jahresüberschuss brach um 63 Prozent von 13,63 Mio. Euro auf 5,06 Mio. Euro.
Das Unternehmen will im laufenden Jahr um mindestens 10 Prozent wachsen. Der Konzern-Umsatz wird in einem Bereich zwischen 140 und 150 Mio. Euro erwartet. Zugleich soll die Profitabilität, gemessen an der EBITDA-Marge, gesteigert werden. Die Anleger nahmen die Zahlen mit gemischten Gefühlen auf. Die Skepsis überwog. Im frühen Handel fiel die Aktie um 0,7 Prozent auf 17,33 Euro.
Noch in der vergangenen Woche hatte Smartrac nach guten Nachrichten zu den Gewinnern im TecDAX gehört. Smartrac erhielt nämlich den Zuschlag für ein "umkämpftes Bieterverfahren": Der weltgrößte private Hersteller von Banknoten und Sicherheitsdokumenten De La Rue hat mit den Niederländern ein Rahmenabkommen geschlossen. Danach sollen die Niederländer so genannte "eCover-Produkte" für laufende Projekte von De La Rue bereitstellen. Das hört sich zwar zunächst wenig spektakulär an, doch dabei handelt es sich um wesentliche Bestandteile von biometrischen Pässen - und damit um einen rasant wachsenden Markt angesichts der gestiegenen Sicherheitsvorkehrungen zahlreicher Länder.
Krones: Erster Fehlbetrag der Firmengeschichte
Krones hat noch deutlich an den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu knabbern. Der mittelständische Abfüllanlagenbauer musste im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur einen Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro hinnehmen, sondern er verbuchte auch den ersten Fehlbetrag seit der Firmengründung im Jahr 1951 in Höhe von 34,5 Mio. Euro. Das war etwas mehr als der Markt befürchtet hatte. Der Auftragseingang brach um 18 Prozent auf 1,916 Mrd. Euro ein. Im vierten Quartal seien jedoch wieder mehr Bestellungen eingegangen. Der Auftragsbestand lag Ende des vergangenen Jahres bei 888 Mio. Euro und damit 6 Prozent über dem des schwachen Vorjahres.
Für das laufende Jahr gibt sich die Krones-Führung vorsichtig optimistisch. Im ersten Halbjahr rechne das Unternehmen mit einer Trendumkehr und für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent sowie mit der der Rückkehr zu "nennenswerten" positiven Ergebnissen. Von "vorsichtigem Optimismus" war heute Morgen auf dem Börsenparkett wenig zu spüren. Die Aktie des MDAX-Papiers verlor im frühen Handel 2,1 Prozent auf 38,77 Euro.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach
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