Vergessen Sie die BRIC Nationen... (2/2)
Carl Delfeld (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 30. September 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
(Fortsetzung des gestrigen Artikels)
Asiens Big Boys haben Indonesien im Fadenkreuz
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Indonesien rasant wächst. Aber um dieses Wachstum beizubehalten muss das Land mehr als 200 Milliarden an neuen Infrastrukturinvestments anziehen, um die Fertigungsindustrie weiter zu entwickeln und neue Stellen für Millionen von Arbeitslosen zu schaffen.
Und zwei von Asiens größten Playern haben Indonesien als Hauptziel identifiziert. Sowohl südkoreanische als auch japanische Unternehmen weiten ihre Operationen aus, um am indonesischen Wachstum teilzuhaben.
Und wie Gita Wirjawan, Vorsitzende des indonesischen Investment Coordination Board der Financial Times kürzlich erzählte: „Als ich in Seoul war, gab es eine Schlange von großen Produzenten, welche reges Interesse zeigten, ihre Fertigungszentren nach Indonesien zu verlegen.“
Erst kürzlich hat Südokoreas größter Stahlproduzent Posco zusammen mit PT Krakatau Steel einen $6 Milliarden schweren Vertrag für den Bau einer Fabrik in Indonesien unterzeichnet. Und das ist noch nicht alles...
- Hankook Tire, der siebtgrößte Reifenhersteller der Welt, plant im nächsten Jahr eine Fabrik für $500 Millionen in Indonesien zu bauen.
Und Japan hat gerade mit dem Bau eines $1,2 Milliarden teuren Wärmekraftwerks begonnen, welches die am dichtesten besiedelten Inseln mit Elektrizität versorgen wird.
PT Paiton und Tokyo Electric Power Company bauen eine 815 Megawatterweiterung in Ost Java, welche von der japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit und einem Konsortium von japanischen Geldgebern finanziert wird.
Dieser Deal reiht sich nahtlos in die solide Import-Export-Zusammenarbeit zwischen Japan und Indonesien ein. Der Handel zwischen den beiden Länder betrug letztes Jahr $28,4 Milliarden, was Japan zu einem volumenmäßig größeren Handelspartner für Indonesien macht als China mit $25,5 Milliarden oder die Vereinigten Staaten mit $17,9 Milliarden.
Dazu kommt, dass Japan einen Großteil seines Kohle- und Autogasbedarfs aus Indonesien importiert, während Indonesien große Mengen japanischer Elektrogeräte importiert. Und derzeit sind mehr als 1000 japanische Projekte geplant, welche einen Gesamtwert von $30 Milliarden haben.
Wo bleiben in dieser Gleichung die Vereinigten Staaten?
Fällt Amerika hinter diese Emerging Markets zurück?
Wenn Sie bezüglich der US-Interessen strategisch denken, dann fällt Ihnen sicherlich auf, dass die Wichtigkeit Indonesiens sich nicht nur auf wirtschaftliche Aspekte bezieht, da sehr viele wichtige Seeschifffahrtsstraßen angrenzen.
Amerika muss die Beziehungen zu Indonesien in den Bereichen Investitionen, Handel und Partnerschaft durch Wachstum vertiefen, genauso wie es auch Japan getan hat. Die Financial Times berichtet, dass die Partnerschaft zwischen Japan und Indonesien nur eines von vielen Handelsabkommen Japans ist. Das Land hat außerdem bilaterale Freihandelsabkommen mit Brunei, Chile, Malaysia, Mexico, Singapur, den Philippinen, Thailand, Vietnam, der Schweiz und der Vereinigung der südöstlichen asiatischen Nationen (ASEAN).
Um potentiell große Gewinne einzufahren, empfehle ich Ihnen, dass Sie auf Länder „hinter“ den BRIC-Staaten, wie z.B. Indonesien, Malaysia, Türkei, Polen, Peru und Columbien setzen.
Erfolgreiches Investieren
Carl Delfeld