Verbesserte Stimmung: AUD, NZD und EUR steigen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
ja, die Stimmung hat sich schlagartig schon wieder verbessert. So schnell kann es gehen, wenn sich die G-20 zusammensetzen und viel Geld bereitstellen. Als Kampfansage gegen die weltweite Rezession!
Nun werden die Mittel des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank aufgestockt, auf dass Staaten wie Mexiko, Island und die osteuropäischen Länder dringend benötigte Kredite aufnehmen können um die Auswirkungen der Finanzkrise zu bekämpfen.
Bislang standen dem IWF rund 250 Milliarden US-Dollar zur Kreditvergabe zur Verfügung. Nun wird diese Summe unverzüglich verdoppelt. Mittelfristig ist eine Verdreifachung der IWF-Mittel auf 750 Milliarden US-Dollar geplant.
Zusätzlich werden die Sonderziehungsrechte um weitere 250 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Die Sonderziehungsrechte sind so zu sagen eine "IWF-Reservewährung" die in Währungen wie USD, GBP, EUR oder JPY eingetauscht werden kann.
Zusätzlich sollen der Weltbank weitere 100 Milliarden US-Dollar für die Hilfe an Entwicklungsländer zur Verfügung gestellt werden. Zudem wurde die Ausweitung der Garantien im grenzüberschreitenden Handel um 250 Milliarden USD ausgeweitet.
Maßnahmen also, die dazu angetan sind, einen erneuten Konjunkturoptimismus hervorzurufen.
China - erste Anzeichen von Wachstum
Neben all dem mehren sich nun die Zeichen, dass es nun endlich der ersten Volkswirtschaft gelingen könnte wieder zu wachsen: China!
Gestern wurde bekannt gegeben, dass Chinas PM-Index im März um 3,4 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 52,4 Punkte gestiegen ist. Ein Indexwert über 50 Punkten impliziert ein Wachstum der industriellen Produktion.
Was ich in den letzten Monaten in mehreren Publikationen schon mehr als einmal vermutet habe, könnte sich nun bewahrheiten: China könnte als weltweit erste Volkswirtschaft nicht nur wieder ein Wachstum generieren, sondern auch als Antriebsmotor für das Weltwirtschaftswachstum fungieren.
Der wieder gefundene Optimismus jedenfalls unterstützt nun nicht nur die Entwicklung an den Aktienmärkten, sondern auch EUR und die Rohstoffwährungen.
EUR/USD konnte sich von seinem Tief der letzten Tage bei unter 1,32 rasch erholen und stieg im Verlauf eines Tages um mehr als 3 Cent. Zur starken Entwicklung des Euro hat auch nicht unerheblich beigetragen, dass die Zinssenkung durch die EZB mit nur 25 Basispunkten geringer als erwartet ausfiel und die Europäische Zentralbank weiterhin auf massive QE-Maßnahmen verzichtet. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3431. Die nächste Widerstandsmarke die es nun zu nehmen gilt ist die 1,3589.
Quelle: CFX-Broker
AUD/USD erreicht die 0,72
Am letzten Freitag berichtete ich vom Spitzenmonat der Rohstoffwährungen und befand:" Im gegenwärtigen Umfeld könnte AUD durchaus Käufer bis 0,7250 finden." Diese Prognose ist nun in kurzer Zeit voll aufgegangen. AUD/USD legte in den letzten beiden Tagen ebenfalls massiv zu und notierte heute kurzfristig über 0,7200. Aktuell notiert AUD/USD bei 0,7140. Obgleich diese Bewegung nun sehr schnell und weit vonstatten ging, besteht mittelfristig durchaus die Möglichkeit einer Fortführung des Trends bis 0,73 und hernach 0,76.
Quelle: CFX-Broker
Auch die Prognose in Bezug auf NZD/USD ist relativ rasch aufgegangen. Der Kiwi stand zunächst unter Druck, aufgrund der Kommentare von RBNZ-Chef Bollard und Finanzminister English die auf eine weitere mögliche Zinssenkung Ende April hindeuten, und fiel vorgestern bis unter die 0,5600. In den letzten beiden Tagen konnte NZD/USD allerdings ebenfalls wieder massiv zulegen und notiert aktuell bei 0,5836. Ich bleibe bei der Überlegung dass Kiwi bis 0,60 Käufer finden könnte, allerdings besteht nach wie vor die Gefahr einer stärkeren Zinssenkung.
Quelle: CFX-Broker
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